Eine Arthrose der Lendenwirbelsäule (LWS) kann unterschiedliche Beschwerden verursachen. Diese reichen von Schmerzen im unteren Rücken („Kreuz“), in den Hüften oder sogar in den Beinen bis hinunter zu den Füßen. Häufig, aber nicht immer, ist diese Arthrose die Folge von vorangegangenen Bandscheibenschäden. Viele unserer Mitglieder, die selbst betroffen sind, haben uns dankenswerterweise ihre Erfahrungen bei leichter und mittelschwerer Form dieser Arthrose übersandt. Für die Überprüfung dieser Hinweise danken wir auch unseren Experten sehr herzlich. Die Praktischen Tipps in den ARTHROSE-INFOS Nr. 5, 15 und 25 möchten wir als Grundlagen ebenfalls nochmals empfehlen.
Manchen Betroffenen hilft das Einreiben mit dieser Salbe mit auffallendem Namen. Sie enthält Bestandteile aus Arnika, Rosmarin, Kampfer und Menthol, alles Substanzen, die in der Volksmedizin wohlbekannt sind. So schrieb Frau Regina T. aus Belm: „Sehr hilfreich ist es für mich, morgens den Rücken sehr warm zu duschen und danach mit Pferdesalbe einzureiben!“ Pferdesalbe ist erhältlich in Drogerien, Apotheken und auf Wochenmärkten. Sie ist außerdem direkt zu beziehen, z. B. über: Fa. Gress, Auf der Binn 5, 67822 Waldgrehweiler, Tel.: 06364-1581 oder mobil: 0171-2813282.
Auch eine Creme, die die Durchblutung der Haut lokal fördert, kann nützlich sein. Sie hat eine wärmende Wirkung und hilft oft, die schmerzhaft verspannte Rückenmuskulatur zu lockern. Frau Gertraude E. aus Berlin berichtete: „Einreiben mit Finalgon hilft mir bei meinen Beschwerden!“ Finalgon ist in allen Apotheken erhältlich. Um Rötungen der Hände zu vermeiden, empfiehlt es sich, zum Einreiben Haushaltshandschuhe zu verwenden. Ganz wichtig: Bitte vor der Anwendung den Beipackzettel genau lesen und beachten und auch den Kontakt mit den Augen vermeiden
Hilfreich ist auch ein sogenanntes Keilkissen, das die Wirbelsäule aufrichten hilft. Bei Lendenwirbel-Arthrose kann man sich zu Hause, im Büro oder im Auto so auf das Keilkissen setzen, dass das breite Ende vorne bei den Knien und die schmale Seite hinten liegt. Herr Dietrich J. aus der Nähe von Hamburg berichtete: „Nachdem ich selbst kurze Strecken nicht mehr im Auto sitzen konnte, hat mir das Keilkissen das Fahren wieder erträglicher gemacht. Wenn möglich, lege ich mir ein Keilkissen auch immer auf den Stuhl.“ Erhältlich sind diese therapeutischen Kissen in allen Sanitätshäusern.
Im Liegen können sich Schmerzen bei Lendenwirbel-Arthrose oftmals noch verstärken (siehe auch die Abbildungen in INFO Nr. 25). Frau Elisabeth S. aus Wuppertal berichtete uns daher: „Vor etwa sieben Jahren habe ich mir ein höheres Bett gekauft mit einem elektrisch verstellbaren Lattenrost und einer Matratze, die sich den Körperkonturen an passt. Die Erleichterung ist wohltuend, wenn ich das Kopf- oder Fußteil ein wenig erhöhe oder absenke.“ Für eine persönliche Beratung kann man sich an die entsprechenden Fachgeschäfte oder die Bettenabteilungen der Möbelhäuser wenden.
Bei Reisen mit Gepäck bietet ein Haus-zu-Haus-Gepäckdienst auch bei einer LWS-Arthrose eine große Hilfe. Mit diesen Diensten kann man sich schwere Koffer oder anderes Gepäck bequem von zu Hause abholen und direkt an die Zieladresse liefern lassen. Dies bietet nicht nur die Deutsche Bahn zusammen mit der Firma Hermes an. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Anbieter, die interessant sind und z. T. auch manche Besonderheiten bieten. Sehr empfehlenswerte Informationen hierzu findet man im Internet unter www.paketda.de, wenn man dort bei „Suchen“ eingibt „Koffer verschicken“.
Über eine weitere Beobachtung berichtete Frau Hannelore L. aus Kleve: „Ehrenamtliche Mitarbeit in kirchlichen oder karitativen Organisationen, auch in Selbsthilfegruppen oder im Sozialverband VdK, sind eine Hilfe. Auch in Kliniken als „Lila Dame“ wartenden Patienten Getränke anzubieten, tut gut. Wer anderen hilft, vergisst oft seine Schmerzen!“ In der Tat ist seit langem wissenschaftlich bekannt, dass eine hingebungsvolle Tätigkeit und besonders auch die Hilfe für andere Menschen dazu beitragen kann, die Schmerzwahrnehmung zu vermindern und Rückenschmerzen zu überwinden.
Frau Maria L. aus Sulzbach-Rosenberg empfahl uns das Buch „Der Jungbrunnen des Dr. Shioya“ und schrieb: „Dieses Buch, das ich vor kurzem bekommen habe, kann ich empfehlen. Eine hochbetagte Dame (87 Jahre) hat damit sehr positive Erfahrungen gemacht. Sie befasst sich intensiv mit den beschriebenen Atemübungen.“ Das Buch des bekannten japanischen Arztes, der 105 Jahre alt wurde, ist unterhaltsam zu lesen. Seine Lehren sind einfach und zeigen schon am ersten Tag ihre Wirkung (erhältlich in allen Buchhandlungen und bei Versandbuchhändlern wie z. B. www.amazon.de).
Frau Gabriele F. aus Düsseldorf empfahl ein weiteres Buch. Sie schrieb: „Sehr gut hilft mir das Buch ›Wieder gesund werden‹ von O. Carl Simonton. Es beinhaltet anschauliche Anleitungen zur Entspannung nach Jacobson und zusätzlich sehr wirksame Visualisierungs-Übungen, die leicht erlernbar sind. Das Buch, das eigentlich für Krebspatienten geschrieben wurde, ist auch bei Arthrose wertvoll. Meine Schmerzen kann ich damit sehr gut lindern.“ (Das Buch ist ebenfalls erhältlich in allen Buchhandlungen und bei Versandbuchhändlern.)
Bei einem weiteren Mitglied hat sich eine Änderung des Lebensstils bewährt. So stellte Frau Gisela H. aus Cuxhaven fest: „Ich habe gelernt, besser auf meinen Körper und meine Gefühle zu achten. Ich besuche regelmäßig Gesundheitskurse wie Rückenschule, Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training. Durch mentale Übungen habe ich Einsicht in Dinge gewonnen, die mir sonst verwehrt geblieben wären. Wenn das Denken beweglich wird, werden auch die Gelenke beweglich.“ (Kurse können bei Physiotherapeuten, Krankenkassen oder Volkshochschulen erfragt werden.)
Auf eine praktische Methode, die Wirbelsäule zu entlasten, weist die folgende Empfehlung hin. Frau Eva-Maria B. aus Dillingen berichtete: „Bei längerer sitzender Tätigkeit ist es besser, zwischendurch öfter einmal aufzustehen und die Arme zu lockern. Beim Telefonieren z. B. muss man nicht unbedingt sitzen bleiben.“ Es ist angenehm, dabei aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Dabei empfiehlt es sich, die Wirbelsäule bewusst aufzurichten. Auch auf unsere Empfehlung zu einem Stehpult möchten wir nochmals hinweisen (ARTHROSE-INFO Nr. 56).
Auch die folgende Übung kann manchen Patienten gut tun: (1) Grundstellung in Rückenlage: beide Beine leicht anstellen, die Arme liegen neben dem Körper mit den Handinnenflächen nach oben; (2) Vorfüße hochziehen, Fersen in die Unterlage drücken, Po und Bauch anspannen, die Lendenwirbelsäule liegt fest auf der Unterlage, die Schulterblätter in Richtung Gesäß ziehen; (3) das Becken unter Spannung langsam anheben, Wirbel für Wirbel, bis Oberschenkel und Oberkörper eine Linie bilden. Am besten ist es, dies unter krankengymnastischer Anleitung zu erlernen und einzuüben.
Eine besonders einfache Regel: Herr Karl-Heinz E. aus der Nähe von Montabaur schilderte: „Ich gehe täglich eine Stunde spazieren. Es bringt mir sehr viel.“ Auch Herr Dr. Komeroff von der Harvard Universität in Boston, USA, empfahl: „Schon 30 Minuten einfaches Spazierengehen am Tag, fünf Tage die Woche, kann den Blutdruck deutlich reduzieren, Cholesterin senken und das Risiko für Herzinfarkt, Diabetes und Osteoporose vermindern. Darüber hinaus hilft es, Rücken- und Nackenschmerzen vorzubeugen.“ Wer sich dies zur Gewohnheit macht, findet zudem einen schönen, wohltuenden Ausgleich.