Tipps bei Arthrose der Halswirbelsäule

Arthrose der Halswirbelgelenke (der Arzt spricht von „Zervikal-Arthrose“ oder „Spondylarthrose der HWS“) bedeutet eine erhebliche Behinderung. Schwere Schmerzattacken und zunehmende Einschränkungen der Beweglichkeit sind oft die Folge. Die folgenden Tipps sind wieder als Kurzinformation zu verstehen und sollen Ihnen einige wichtige Empfehlungen geben. In den ARTHROSE-INFOS Nr. 16, 26, 36, 46, 66, 76, 86, 106, und 116 werden wir nochmals ausführlich darüber berichten.

1. Früh zum Arzt gehen

Wer an Halswirbelarthrose leidet, muss schnell und konsequent handeln. Bereits bei den ersten Anzeichen eines beginnenden Schmerzschubes sollte man sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Viele ärztliche Maßnahmen wirken rascher und intensiver, wenn sie früh eingesetzt werden.

2. Wärme

Unterkühlung, Schwitzen oder Zugluft müssen bei einer Arthrose der Halswirbelsäule unbedingt vermieden werden. Sie erhöhen die Spannung der Muskulatur und sind in vielen Fällen Auslöser akuter Beschwerden. Schützen Sie den Nackenbereich. Tragen Sie Hemden oder Blusen stets mit Kragen. Auch ein leichtes Halstuch ist sehr zu empfehlen.

3. Tägliche Ruhepause

"Jeden Tag eine Ruhepause von 1 Stunde“ ist eine einfache, aber sehr wirksame Regel. Durch das Ausruhen werden die Gelenke entlastet. Planen Sie diese Pause bereits am Tag zuvor ein. Wichtig ist, dass Sie in dieser Zeit vollkommen zur Ruhe kommen können und dabei der Kopf entspannt abgelegt wird. Man sollte dabei weder fernsehen noch Zeitung lesen.

4. Entspannte Haltung

Wann immer möglich sollten Sie auf eine aufrechte und entspannte, ja anmutige Haltung achten. Dies erhöht das Wohlbefinden und entlastet die Sehnenansätze und die Wirbelgelenke.

5. Vorsicht Handtasche

Handtaschen sind oft viel zu groß und viel zu schwer. Bei Arthrose der Halswirbelsäule ist es sehr zu empfehlen, den Inhalt einmal streng zu überprüfen und alles Überflüssige zu entfernen. Am besten sollten Sie nur eine ganz kleine Handtasche tragen und auch die Hand nicht abstützen. Das gleiche gilt für den Fotoapparat oder die Einkaufstasche. Auch empfiehlt es sich, die „Trageseite“ häufig zu wechseln.

6. Vorsicht beim Rückwärtsdrehen

Alle Drehbewegungen des Kopfes müssen vorsichtig ausgeführt werden. Dies gilt besonders auch für Autofahrer beim Rückwärtsfahren, das ein Drehen des Oberkörpers um 180 Grad erfordert. Nehmen Sie sich deshalb Zeit für diesen Vorgang und bereiten Sie sich durch ein Verrutschen auf dem Sitz und ein bewusstes Mitdrehen des Oberkörpers darauf vor. Sehr sinnvoll kann auch die konsequente Benutzung der Rückspiegel sein, ähnlich wie Lastwagenfahrer es tun. Ein Zusatzspiegel innen erweitert den Blickwinkel nach hinten.

7. Die Halskrause

Die elastische Halskrause ist ein wichtiges Hilfsmittel, das bei akuten Schmerzen eingesetzt werden kann und oft vom Arzt verordnet wird. Sie entlastet die Halswirbelsäule, erinnert, dass wenig bewegt werden soll, und fördert ein rasches Abklingen der Beschwerden. Trotzdem sollte sie so kurzfristig wie möglich getragen werden. Wenn die Schmerzen abgeklungen sind, empfiehlt es sich, die Halskrause noch einige Tage nur noch nachts weiter anzulegen, um ein unbeabsichtigtes nächtliches Verdrehen zu vermeiden.

8. Regelmäßig Kraft tanken

Innere Anspannung und Stress wirken sich besonders auf die Muskeln und Gelenke der Halswirbelsäule aus. In Zeiten hoher persönlicher, beruflicher oder familiärer Belastung ist ein regelmäßiges Kraftschöpfen unverzichtbar. Spaziergänge, Gespräche mit Freunden usw. sind keine Zeitverschwendung, sondern unabdingbar notwendig, auch um die Gelenke zu entlasten. Das Gleiche gilt für freie Wochenend- und Urlaubstage, die genauso wie die normale Arbeitszeit gut geplant werden sollten.

9. Empfehlenswerte Sportarten

Bei Bodybuilding, Brustschwimmen und auch beim Fahrradfahren ist Vorsicht geboten. Beim Radfahren sollte man den Sattel tief einstellen und einen Lenker mit mehreren höheren Griffvarianten wählen. Empfehlenswert sind auch: Rückenschwimmen, Spazierengehen und Wandern ohne oder mit leichtem Rucksack. Wenn man dabei die Arme weit nach vorn und hinten ausgreifen lässt („forcierter Armeinsatz“), senkt dies den Spannungszustand der Nackenmuskeln

10. Links-Rechts-Atmen: Ein Geheimtipp

Diese einfache Übung steht Ihnen stets zur Verfügung und hat eine verblüffende Wirkung. Sie sollte täglich durchgeführt werden:

  1. Schließen Sie durch sanften Druck mit dem Zeigefinger die rechte Nasenöffnung. Atmen Sie durch die linke Nasenöffnung ein.
  2. Schließen Sie jetzt die linke Nasenöffnung und atmen Sie rechts aus.
  3. Atmen Sie jetzt wieder rechts ein und links aus usw. „Pendeln“ Sie somit von links nach rechts und von rechts nach links. Insgesamt 10-mal.

Also: Links: EIN
         Rechts: AUS
         Rechts: EIN
         Links: AUS

11. Dehnübungen

Die folgenden Übungen müssen sehr vorsichtig ausgeführt werden und sind nur in schmerzfreiem Zustand erlaubt. Neigen Sie den Kopf behutsam zur Seite und ziehen Sie dann mit der Hand ganz behutsam nach. Halten Sie den Kopf für etwa 10 Sekunden in dieser Position. Dehnen Sie so abwechselnd die linke und rechte Halsmuskelseite. Wiederholen Sie die Übung 5-mal. Die Wirkung verstärkt sich noch, wenn der hängende Arm jeweils noch zusätzlich nach unten gestreckt wird.

12. Kreisel-Übungen

Die Halswirbelgelenke werden auch durch eine Dehnung der Schultermuskeln sowie der Brustwirbelsäule entlastet. Die folgenden einfachen Übungen sind am besten morgens gleich nach dem Aufstehen durchzuführen. Sie dauern nur 2 Minuten. Sie dienen aber nur der Vorbeugung und dürfen nicht durchgeführt werden, wenn akute Schmerzen bestehen.

  1. Schulterkreiseln
  2. Kreiseln der Arme
  3. Drehbewegungen der Brustwirbelsäule mit ausgestreckten Armen 

jeweils 5-mal vor und zurück bzw. nach links und nach rechts.