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Praktische Tipps bei Arthrose der Halswirbelsäule

Schmerzen, die ihren Ursprung in den zarten und verletzlichen Gelenken der Halswirbelsäule haben, können vom Nacken sowohl nach oben in den Kopf als auch nach unten in Arme und Hände ausstrahlen. Oft werden sie wie eine schwere Last empfunden und können Denken und Handeln lähmen. Besonders auch bei einer Halswirbelarthrose ist man daher für jeden noch so kleinen Hinweis dankbar. Viele unserer Mitglieder, die selbst betroffen sind, haben uns dankenswerterweise ihre persönlichen Erfahrungen mitgeteilt. Für die Überprüfung und Ergänzung dieser Hinweise danken wir auch unseren Experten sehr herzlich. Die bisherigen Praktischen Tipps in den ARTHROSE-INFOS Nr. 6, 16, 26 und 36 möchten wir als wichtige Grundlage nochmals empfehlen.

1. Seidenschal tragen

Wer an Halswirbelarthrose leidet, sollte den Nacken- und Schulterbereich ständig schützen. Schwitzen, Zugluft und Unterkühlung müssen vermieden werden, da sie zu einer Verspannung der Muskulatur führen und akute Schmerzen auslösen können. „Bei mir hat es sich als günstig erwiesen, ständig einen Seidenschal zu tragen, besonders auch im Auto und bei Bahnfahrten“, schreibt Frau Margarete F. aus Ladenburg. Seidenschals sind leicht und zu jeder Jahreszeit angenehm. Nützlich können auch dünne Wollschals, Nicki-Tücher oder Rollkragen-Pullis sein.

2. Vorsicht bei Klimaanlage im Auto

An heißen Sommertagen, wenn man verschwitzt das Auto erreicht, wird man dankbar für die angenehme Kühlung durch eine Klimaanlage sein. Zu Recht warnt aber unser Mitglied Frau Helga T. aus Oberursel: „Achtung bei einer Klimaanlage im Auto!“ Durch ein zu rasches Abkühlen kann eine schmerzhafte Muskelverspannung ausgelöst werden. Um die Entstehung eines „steifen Halses“ zu vermeiden, empfiehlt es sich daher, die Klimaanlage nicht auf die maximale Stärke einzustellen. Die Temperatur sollte möglichst nicht unter 21 Grad gesenkt werden.

3. Wärme tut gut

Zu allen Jahreszeiten tut auch örtlich angewandte Wärme gut. Sie hilft, die Muskulatur zu lösen und damit die Belastung von den betroffenen Wirbelgelenken zu nehmen. Viele Mitglieder berichten, wie angenehm auch das Vorwärmen des Kopfkissens ist. Sogenannte Dinkel-Kissen, die eine Füllung mit Dinkel-Körnern enthalten, welche in Reformhäusern und Apotheken erhältlich sind, können z. B. in der Mikrowelle leicht erwärmt werden. Auch normale Feder-Kopfkissen kann man vor dem Zubettgehen mit einer Wärmflasche oder einem Heizkissen vorwärmen.

4. Naturmoor-Packungen

Bestimmte Packungen, die natürliche Moorerde enthalten, speichern die Wärme sehr lange und werden deshalb von vielen Betroffenen als besonders angenehm beschrieben. Herr Rolf W. aus Bremen empfiehlt: „Ich lasse Packungen mit heißer Moorerde für etwa 20 Minuten im Nacken- und Schulterbereich einwirken. Das tut mir gut.“ Auch diese Packungen sind in Reformhäusern und Apotheken erhältlich.

5. In der Mittagspause hinlegen

Frau Ulrike L. aus Winsen hält sich an eine altbekannte Regel. „In der Mittagspause lege ich mich eine Stunde aufs Bett.“ Die tägliche Ruhepause führt zur allgemeinen Erholung und zu einer biomechanischen Entlastung der Halswirbelgelenke. Sie werden von der Last des Kopfgewichts befreit und können sich dadurch spürbar erholen. Eine einstündige Pause mittags oder nachmittags ist daher eine einfache und wirksame Methode, um die Halswirbelsäule zu schützen. Dabei sollte man auf eine bequeme Lagerung des Kopfes achten und z. B. ein kleines Kissen verwenden.

6. Hilft bei mir Bohnenkaffee mit Zitrone?

Schmerzen im Nacken können aber auch andere Ursachen haben. So können Migräne-Kopfschmerzen gelegentlich im Hinterkopfbereich auftreten und mit Arthrosebeschwerden verwechselt werden. Umgekehrt kommt es vor, dass eine Migräne auch durch eine Halswirbelarthrose ausgelöst wird. Herr Günter V. aus Görlitz berichtet: „Wenn nichts mehr hilft – es mag komisch klingen – befreit Bohnenkaffee mit Zitrone meine Frau von ihren fürchterlichen Kopfschmerzen!“ Sofern man Koffein gut verträgt, kann ein solcher Versuch daher sinnvoll und hilfreich sein.

7. Nützliche Bauchgürteltasche

Touristen, die ihre Geldbörse schützen möchten, ist die Bauchgürteltasche gut bekannt. In den einfachen Ausführungen verfügt sie über Schlaufen, durch die man den Gürtel ziehen kann. In anderen Versionen haben diese Taschen einen eigenen Gürtel mit einem Steckschloss neben der Tasche. In beiden Fällen kann man darin kleinere Gegenstände gut verstauen, ohne dass Schultern und Halswirbelsäule belastet werden. Frau Adelheid J. aus Siegen schreibt: „Für Kleinigkeiten benutze ich eine Bauchgürteltasche. Bequemer geht es nicht. Dies ist wirklich zu empfehlen!“

8. Bei Gartenarbeit trage ich eine Halskrause

Die bereits im ARTHROSE-INFO Nr. 6 beschriebene elastische Halskrause ist eigentlich nur für die Frühbehandlung akuter Nackenbeschwerden gedacht. Herr Otto H. aus Essen hat jedoch folgende Beobachtung gemacht: „Ich weiß, dass man die Halskrause nicht ständig tragen soll. Ich trage sie bei der Haus- und Gartenarbeit oder gelegentlich nach Feierabend, um den Halswirbeln eine Pause zu gönnen, höchstens jedoch für eine Stunde.“ Durch diesen Schutz kann eine Überlastung bei bestimmten Tätigkeiten vermieden werden.

9. Spezialkissen - I: Tempur

Viele Betroffene berichten auch über gute Erfahrungen mit speziellen Kissen, die sich der Kopf- und Nackenform anpassen. „Ein spezielles Kissen aus Tempur-Schaumstoff hilft mir sehr“, schreibt Frau Martina H. aus Hamburg. „Das Kissen ist angenehm weich, passt sich der Körperform an und nimmt beim Umdrehen wieder seine ursprüngliche Form an. Die Druckverteilung ist meines Erachtens ideal. Das Kissen gibt es auch im Kleinformat für Reisen. Dies ist wichtig, da die Hotelkopfkissen nicht immer angenehm sind.“ Erhältlich sind diese Spezialkissen in Sanitätshäusern.

10. Spezialkissen - II: Sissel

Auch ein weiteres Spezialkissen wird von vielen Mitgliedern empfohlen: das Spezialkopfkissen der Firma Sissel, die durch ihre krankengymnastischen Hilfsmittel bekannt ist. Frau Barbara G. aus Malchin schildert: „Da ich Bauchschläferin bin, habe ich lange gezögert, bis ich mir ein Spezialkissen gekauft habe. Seit etwa drei Jahren habe ich nun ein solches der Firma Sissel. Ich verwende es so, dass ich abwechselnd den linken oder rechten Rand zum Atmen benutze. Durch dieses Kissen habe ich weniger Schmerzen und kein Schwächegefühl mehr beim Gehen.“ (Erhältlich in Sanitätshäusern.)

11. Spezielle Krankengymnastik

Wie bei jeder Arthrose ist auch bei der Halswirbelarthrose eine regelmäßige, jedoch behutsame krankengymnastische Behandlung wichtig. Auch eine noch wenig bekannte manuelle Methode, die „kranio-sakrale Therapie“ („kranio“ steht für Kopf und „sakral“ für Kreuzbein), kann versucht werden, sofern der Therapeut über diese zusätzliche Ausbildung verfügt. Dabei werden auch Kopf und Becken auf eine besondere Weise mitbehandelt.

12. Eine einfache, aber wichtige Übung

Da man bei einer Halswirbelarthrose oft dazu neigt, die Schultern nach vorne zu ziehen und den Kopf zu senken, kann man mit folgender Übung eine bessere Haltung erreichen. Diese Übung wird in vier Teilen durchgeführt: (1) das Kinn anheben; (2) den Kopf etwas nach hinten führen; (3) dann die Schultern nach hinten drücken (bzw. Brust raus) und (4) die Schultern nach unten ziehen (bzw. die Arme strecken). Diese Übung sollte man unter krankengymnastischer Anleitung erlernen. Sie hilft, die Halswirbelgelenke zu entlasten und schenkt neues Wohlbefinden.