Zu unserer Aktion „Experten am Telefon“ mit Herrn Prof. Daecke zum Thema „Arthrose der Hand“ erreichten uns bereits einige Zeit vorher und auch noch viele Tage danach zahlreiche schriftliche Anfragen. Gern möchten wir hiermit zunächst einige häufige Fragen und unsere Antworten zur Rhizarthrose des Daumens veröffentlichen.
Häufige Fragen
Nützliche Empfehlungen
1. Anatomie und Bedeutung des Daumensattelgelenks
Das Sattelgelenk verbindet den Daumen mit den Handwurzelknochen. Daher rührt auch die ärztliche Bezeichnung für eine Arthrose dieses Gelenks als „Rhiz-Arthrose“, denn „Rhiz“ bedeutet „Wurzel“. Dieses hochbewegliche Gelenk ist kein Kugelgelenk, sondern die Gelenkflächen haben eine sattelförmige Kontur. Beim Greifen und Festhalten wird dieses Gelenk zum Teil außerordentlich hoch beansprucht.
2. Schmerzen auch ohne Arthrose?
Die Hände müssen bei vielen Menschen täglich Höchstleistungen vollbringen, dies sowohl im Haushalt als auch im Beruf und bei vielen auch in der Freizeit. Durch diese hohe Belastung kann es zu Entzündungen des Gelenks und der benachbarten Sehnen kommen, und zwar lange bevor der Gelenkknorpel selbst zerstört ist. Jede Behandlung – ganz gleich, ob im frühen oder späten Stadium – muss deshalb immer zunächst mit einer systematischen Verminderung der Belastung beginnen. Hilfreich dabei ist, sich die folgenden Fragen zu stellen: Welche Tätigkeiten tun konkret weh? Könnte ich für diese Aufgaben Hilfsmittel verwenden? Könnte ich diese Tätigkeiten anders ausüben als bisher? Könnte ich mich künftig selbst auf die feineren Aufgaben konzentrieren und gröbere Arbeiten an andere Personen abgeben? Diese wichtigen Fragen kann man nur mit viel Geduld beantworten. Besonders Menschen, die seit vielen Jahren ihre Gartenarbeit lieben, finden es zunächst nicht leicht, ihre Gewohnheiten zu ändern. Aber für die Gesundheit der Hände ist dies unbedingt erforderlich.
3. Wie kann man das Gelenk besonders wirksam unterstützen?
Wenn man all diese Optionen gewissenhaft ausgeschöpft hat, kann eine zsätzliche Maßnahme außerordentlich hilfreich sein. Fast alle Spezialisten empfehlen die Verwendung von relativ kleinen Kunststoff-Hülsen, die das Gelenk schienen und die bei bestimmten Handgriffen einen stabilen Halt gewähren. Sie sollten nur kurzzeitig angelegt werden, wenn bstimmte Tätigkeiten anstehen. Keineswegs sollten sie ganztägig getragen werden. Der Arzt nennt sie „Damen-Mittelhand-Schienen“. Sie schützen und stabilisieren das Daumensattelgelenk. Weitere Hinweise hierzu siehe auch ARTHROSE-INFO Nr. 42.
4. Wie kann ich die Symptome selbst behandeln?
Eine erfolgreiche Therapie ist nur möglich, wenn die beiden genannten Maßnahmen zuerst durchgeführt werden. Erst danach kann die Behandlung der Symptome Erfolg bringen. Andernfalls werden die Schmerzen immer wiederkommen und sich sogar weiter verstärken. Die wichtigsten Tipps zur systematischen Behandlung haben wir auch im ARTHROSE-INFO Nr. 42 zusammengestellt. Hinzu kommen auch Umschläge mit Quark oder Retterspitz (äußerlich) sowie viele weitere Maßnahmen, wie wir sie auch schon in vielen Leserbriefen beschrieben haben.
5. Hilft Hyaluronsäure?
Es gibt immer wieder Patienten, die uns über eine positive Wirkung dieser Injektionen berichten. Uns selbst liegen bisher aber keine ausreichenden wissenschaftlichen Informationen vor, die dies verlässlich belegen könnten. Sobald sich dies ändert, werden wir umgehend darüber berichten. Bis dahin können wir für diese Behandlung noch keine Empfehlung aussprechen.
6. Hilft Krankengymnastik?
Wenn die akute Entzündung des Gelenks abgeklungen ist und die Schmerzen nachgelassen haben, kann eine behutsam durchgeführte Physiotherapie helfen, die verloren gegangene Beweglichkeit langsam wiederzugewinnen. Eine gute Ergänzung dazu kann auch eine ärztlich verordnete Ergotherapie sein.
7. Wann sollte operiert werden und mit welcher Methode?
Bei einer weit fortgeschrittenen Arthrose dieses empfindlichen Gelenks kommt es auch zu einer zunehmenden Teil-Ausrenkung, die ihrerseits z. B. beim Anziehen der Strümpfe heftigste Schmerzen verursachen kann. In diesen fortgeschrittenen Fällen hilft fast immer nur eine Operation. Künstliche Gelenke sind bei Rhizarthrose bisher aber erst in einem frühen Erprobungsstadium. Für die meisten Spezialisten gilt die „Resektions-Suspensions-Arthroplastik“ als die Methode der Wahl. Dabei wird ein kleiner Knochen aus der Handwurzelreihe entfernt. Danach ist eine sorgfältige und mehrwöchige Rehabilitation notwendig. Weitere Hinweise auch hierzu siehe im ARTHROSE-INFO Nr. 42.