> Sie sind hier: Information | Arthrose-Info-Nr.2 

Praktische Tipps bei Arthrose der Hände

Die Arthrose der Hände betrifft vor allem das Daumensattelgelenk und die Fingerendgelenke. Sie gehört zu den häufigsten Arthrosen des Körpers. Sind mehrere Gelenke und zusätzlich noch die Fingermittelgelenke betroffen, spricht man auch von „Polyarthrose“.

 

Die Ursache dieser Arthrose liegt noch weitgehend im Dunkeln. So ist auch noch unklar, ob hormonelle Faktoren eine Rolle spielen. Dem Erfahrenen fällt aber oft auf, dass sie besonders häufig Frauen befällt sowie aktive, tüchtige und unermüdliche Menschen, die nicht selten in ihrem Beruf und in ihrer Familie Hervorragendes leisten. Durchweg sind es besonders geschickte Menschen, die überall „ihren Mann stehen“, sei es als Mutter und Mittelpunkt der Familie oder sei es als Handwerker oder Professor in leitender Stellung.


Im Folgenden versuchen wir erstmals, eine Reihe praktischer Tipps und Empfehlungen zu geben, die, über Wochen und Monate beachtet, ihre lindernde Wirkung entfalten. In späteren ARTHROSE-INFOS werden wir ergänzend dazu einige wichtige moderne Hilfsmittel vorstellen.

1. Keine schweren Lasten tragen

Wer an Arthrose der Hände leidet, sollte es vermeiden, schwere Lasten zu tragen, beispielsweise schwere Einkaufstüten, schwere Koffer oder schwere Möbel. Wählen Sie stattdessen die überall im Handel erhältlichen Hilfsmittel, die rollend bewegt werden können, wie etwa „rollende Koffer“, „rollende Einkaufstaschen“ und Ähnliches.

2. Vorsicht bei kleinen Griffen

Auch Gegenstände, die eigentlich nicht besonders schwer sind, können die Gelenke der Hände belasten, wenn sie schwierig und nur mit vermehrtem Kraftaufwand zu fassen sind, weil sie z. B. besonders groß oder besonders klein sind. Wählen Sie aus diesem Grunde stets Griffe, die einen guten Schluss der Hand ermöglichen.

3. Benutzen Sie möglichst immer beide Hände gleichzeitig

Viele alltägliche Gegenstände werden aus Gewohnheit manchmal mit einer Hand gehalten, obwohl sogar zwei Griffe vorhanden sind. Sie können Ihre Gelenke wesentlich entlasten und schonen, wenn Sie stets beide Hände gleichzeitig einsetzen und sich dies bei allen schweren Gegenständen wie z. B. auch der Kaffeekanne oder schweren Aktenordnern zur Regel machen.

4. Vermeiden Sie Sportarten, die die Hände belasten

Volleyball, Basketball, Tennis, Skilanglauf, Rudern und Hanteltraining belasten die Hände besonders stark und sollten möglichst vermieden werden. Bevorzugen Sie stattdessen Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen, Joggen, Wandern und eventuell auch Radfahren. Allerdings müssen hierbei möglicherweise Gangschaltung, Bremsen und Lenker angepasst werden.

Wenn Ihnen diese Empfehlung vielleicht besonders schwer fallen sollte, versuchen Sie, die bisherige Belastung wenigstens um ein Drittel zu reduzieren. Auch das hilft schon.

5. Vermeiden Sie Hobbys, die die Hände belasten

So unterschiedliche Hobbys wie Rasenmähen, Gartenarbeit, Häkeln und Stricken belasten die Hände leider sehr und sind bei Arthrose der Hände nicht zu empfehlen. Vermeiden Sie diese Belastungen ganz oder reduzieren Sie sie wesentlich, auch durch Einsatz verfügbarer Hilfen. So bedeutet z. B. auch der Einsatz eines meist selbstfahrenden Motormähers eine Entlastung für die betroffenen Hände.

6. Arbeiten Sie nicht zu viel: Genug ist genug

Besonders bei der Arthrose der Hände ist es wichtig, Stress und Hektik zu vermeiden, da diese die Muskelspannung und damit den Druck auf die Gelenke erhöhen. Planen Sie die Arbeiten eines Tages sorgfältig voraus, um für die Belastungen des Tages besser gewappnet zu sein. Vielleicht denken Sie hierbei an das Motto „In der Ruhe liegt die Kraft“ oder „Der Kluge sorgt vor“.

7. Tägliche Mittagspause

Wenn irgend möglich, halten Sie jeden Tag eine Mittagspause von einer Stunde ein. Dies gibt auch den Händen wenigstens eine kleine Erholungsmöglichkeit und stellt eine wertvolle Investition in Ihre Gesundheit dar.

8. Setzen Sie Ihre Hände und Finger behutsam ein

Manche Tätigkeiten werden gewohnheitsmäßig mit viel mehr Kraft als erforderlich ausgeführt. So zum Beispiel bei Büroarbeiten am Computer: Auch beim Halten der „Maus“ sollte man auf Lockerheit achten, nicht verkrampfen und passende Modelle auswählen. Üben Sie einen besonders behutsamen und kaum hörbaren Anschlag. Ziehen Sie auch den Bürostuhl nie mit den Händen an den Tisch heran. Schonen Sie Ihre Hände.
Setzen Sie Ihre Hände auch nie zu großer Kälte oder Hitze aus. Dies ist besonders wichtig bei Arbeiten im Haushalt.

9. Setzen Sie Hilfsmittel ein, erleichtern Sie sich Ihre Arbeit!

Besonders im Haushalt gibt es heute viele Geräte, die die Hände entlasten, wie z. B. elektrische Dosenöffner, Hebelgriffe zum Öffnen von Gläsern und bestimmte elektrische Küchengeräte. Für Hausfrauen ist es ebenfalls wichtig, beim Putzen bestimmte mechanische Auswringgeräte einzusetzen. Installieren Sie vielleicht auch einen elektrischen Rollladenöffner, wenn es möglich ist. Auch kann es hilfreich sein, runde Türknöpfe gegen große angenehme Türklinken auszutauschen. All dies kann helfen, die Fingergelenke und das Handgelenk zu entlasten und zu schützen.

10. Haben Sie ein OHR für Ihre Hände?!

Auffälligerweise stoßen viele Menschen mit den erkrankten Händen häufig am Schreibtisch, am Türrahmen oder an Türgriffen an. Auch führen sie oft unbewusst klopfende Bewegungen aus, so z. B. wenn sie eine bestimmte Äußerung betonen möchten. Dem erfahrenen Arzt fallen diese Geräusche auf und helfen ihm sogar bei der Therapie-Empfehlung. Entwickeln Sie auch selbst ein Ohr für Ihre Hände! Vermeiden Sie klopfende Bewegungen zum Beispiel am Schreibtisch und nehmen Sie sich stets Zeit, um ein zufälliges Anstoßen zu vermeiden.

11. Leiden Sie an einer Hautkrankheit?

Viele Hautkrankheiten sind leider chronisch und verursachen einen ständigen Juckreiz. Häufiges Kratzen belastet aber auch die Fingergelenke stark. Auch um die Gelenke zu schützen, ist deshalb eine rechtzeitige dermatologische Behandlung sinnvoll.

12. Führen Sie ein Tagebuch

Eine der wirksamsten Selbsthilfemaßnahmen besteht in der Auflistung der schmerzhaften Bewegungen. Notieren Sie auf einer einfachen Liste oder in einem kleinen Notizbuch Tag und Uhrzeit sowie die Tätigkeit, bei der die Schmerzen aufgetreten sind. Vielleicht fällt lhnen auch spontan eine Möglichkeit ein, diese Bewegung anders auszuführen oder zu ersetzen. Zeigen Sie auch Ihrem Arzt diese Aufzeichnungen. Dies ermöglicht oftmals eine exaktere Therapie.
Zusammenfassend gilt auch bei Arthrose der Hände die Grundregel „Bewegen ja – Überlasten nein“. (In einem der kommenden ARTHROSE-INFOS werden wir einige moderne Hilfsmittel vorstellen, die bei Arbeit und Freizeit nützlich sein können.)