Schmerzen bei jedem Handgriff und eine zunehmende Verformung der Finger bedrücken viele Menschen mit Hand-Arthrose sehr. Auch zur Arthrose der Hände haben uns daher wieder zahlreiche Mitglieder über ihre ganz persönlichen Erfahrungen berichtet und darüber, welche Hilfen sich bei ihnen im Alltag bewährt haben. Zusammen mit unseren Praktischen Tipps in den ARTHROSE-INFOS Nr. 42 und 62 können diese in so manchen Fällen helfen, die Beschwerden ein wenig zu lindern und die ärztlichen Maßnahmen zu unterstützen. Auch unseren Experten danken wir wiederum sehr herzlich für die freundliche Überprüfung und Ergänzung dieser Hinweise.
Wenn die zarten Fingergelenke nicht nur schmerzen, sondern zugleich überwärmt sind, können kühlende Sprays eine wohltuende Wirkung haben. „Mir hilft auch Elmetacin-Spray“, berichtet Herr Wolfgang M. aus Mettmann. Wenn er Schmerzen hat oder bestimmte Tätigkeiten plant, besprüht er die ganze Hand innen und außen. Elmetacin enthält wie viele ähnliche Sprays als Wirkstoff Indometacin und kann vom Arzt verordnet, aber auch rezeptfrei in der Apotheke gekauft werden. „Jeder reagiert anders“, ergänzt Herr M., „aber ausprobieren kann man es.“ (Tageshöchstdosis beachten!)
Ebenfalls eine kühlende und wohltuende Wirkung kann das Einreiben mit „Arnika Schmerz-fluid“ haben. Dieses Mittel mit natürlichen Wirksubstanzen ist in der Apotheke erhältlich und wurde bereits in den Praktischen Tipps zur Knie-Arthrose (INFO 61) vorgestellt. Frau Gitta V. aus Wolfenbüttel benutzt Arnika Schmerz-fluid, wenn ihre Finger überwärmt sind, z. B. nach der Gartenarbeit. Sie massiert die Flüssigkeit leicht ein und macht keinen Verband um die Hände. So kann sich die kühlende und lindernde Wirkung gut entfalten. (Hinweis: am besten im Kühlschrank aufbewahren.)
Auf natürlichen Bestandteilen beruht auch die Wirkung von „Allgäuer Moor-Einreibung“. Inhaltsstoffe sind unter anderem Moorextrakt, Arnika und ätherische Öle. Trotz der darin enthaltenen Moor-Anteile kommt es dabei meist nicht zu einer Verfärbung der Haut oder Fingernägel. Frau Brigitte S. aus Itzehoe trägt nachts darüber dünne Baumwoll-Handschuhe aus der Apotheke und vermeidet so ein unbeabsichtigtes Berühren der Augen (Bezug: Fa. Dr. Ehrlichs Gesundkatalog, Ehrlich Pharma GmbH, Zeppelinstr. 4, 88410 Bad Wurzach, Tel.: 0 75 64 – 9 34 00, Fax: 0 75 64 – 49 02).
Sind die schmerzenden Hände kühl und kälteempfindlich, kann das Einreiben mit „Caye Wärmender Pflege-Balsam“ hilfreich sein. Durch den zugesetzten Cayenne-Pfeffer kommt es zu einer starken Erwärmung und Rötung der Haut. WICHTIG: Nach dem Einreiben mit Caye-Balsam muss man unbedingt jedes Berühren der Augen und Schleimhäute vermeiden. Sicherheitshalber kann man auch hier dünne Baumwollhandschuhe aus der Apotheke oder Einmalhandschuhe anziehen, bis der Balsam vollständig eingezogen ist.
Frau Klementine G. aus Metelen hat festgestellt, dass für ihre Hände besonders feuchte Kälte unangenehm ist. Daher benutzt sie beim Herausnehmen der feuchten Wäsche dünne Latex-Pflegehandschuhe aus der Apotheke. Neben der Waschmaschine hat sie immer einige Paar griffbereit liegen. Außerdem greift sie stets mit beiden Händen gleichzeitig. Dabei legt sie diese wie zum Gebet flach aneinander, und dazwischen befindet sich die Wäsche. So verteilt sich die Belastung gleichmäßig auf alle Gelenke, wodurch diese geschont werden.
Hilfreich für Augen, Nacken und Rücken ist es, Bücher beim Lesen hochzuhalten. Dies kann jedoch bei Hand-Arthrose sehr schmerzhaft sein. Eine nützliche Hilfe zum Halten gebundener Bücher sind „Leseständer“ oder Buchstützen, die es in verschiedenen Ausführungen aus Metall, Kunststoff oder Holz gibt. Von vielen Schreibwarengeschäften und Versandhäusern werden sie recht günstig angeboten. Erhältlich sind sie auch im Internet unter www.brunnen.de. Auch Notenständer können hilfreich sein.
Manche runden Stromstecker sind auffallend schwer einzustecken oder zu entfernen. Jeder hat diese Erfahrung schon mit Eierkochern, Bügeleisen oder Staubsaugern gemacht. Bei Hand-Arthrose ist dies aber nicht nur mühsam, sondern außerordentlich schmerzhaft. Eine Lösung kann das Anbringen von „Tulpen-Steckern“ durch einen Elektriker sein. Dank der zusätzlichen Grifffläche kann man diese Stecker mit den Händen sicherer und kraftvoller fassen. Eine nützliche Hilfe ist auch die Verwendung einer Fernbedienung, wie sie in vielen Elektrofachgeschäften erhältlich ist.
Nicht nur an den Schmerzen, auch an der Verformung der arthrosebetroffenen Fingergelenke leiden viele besonders schwer. Durch die Verdickung der Gelenke kann es mühsam sein, Ringe an- und auszuziehen. Frau Liselotte M. aus Hamburg hat sich ihren Ehering von einem Goldschmied mit einer sogenannten „Feder“ versehen lassen. Dabei wird der Ring etwas geweitet und innen ein Metallbogen eingearbeitet, der etwa ein Drittel des eigentlichen Rings bedeckt. Wenn der Finger durch die Arthrose anschwillt, drückt sich die Feder an den äußeren Ring an und schafft Platz.
Da beim Putzen der Wohnung gerade auch das Auswringen von Putztüchern schmerzhaft sein kann, gibt es inzwischen zahlreiche nützliche Hilfen. Eine einfache Lösung bietet die Fa. Leifheit: Statt eines Putzlappens kann man mit ihrem Bodenwischer, bestehend aus mehreren stoffartigen Streifen, das Auswringen ganz vermeiden. Der Bodenwischer wird vielmehr in einer Pressvorrichtung auf dem Eimer ausgedrückt (weitere Informationen in vielen Kaufhäusern, Verbrauchermärkten, Baumärkten und Versandhäusern sowie im Internet unter: www.leifheit.de).
Ein Mitglied aus Bremen schreibt: „Wenn ich viel gearbeitet habe, mache ich mit meinen Fingern hin und wieder bestimmte Übungen. Dann stecke ich meine Hände in einen Topf mit Raps-Samen, den ich immer im Kühlschrank habe. Darin bewege ich meine Finger leicht, während der feine Samen überall hingelangt und angenehm kühlt.“ Man benötigt 1 bis 2 kg Raps-Samen, der in Drogerien oder im Landhandel erhältlich ist. Ein Mitglied aus Mainz verwendet für diese Übung getrocknete Erbsen, die sie im Tiefkühlfach aufbewahrt. Diese bringen ihr vorübergehend Besserung.
Wenn die Hände hingegen eher kälteempfindlich sind, berichten viele Mitglieder, dass ihnen warme Handbäder Erleichterung bringen. Sie füllen z. B. zuvor erwärmten Vogelsand (siehe auch ARTHROSE-INFO Nr. 62, Tipp Nr. 4) oder Getreidekörner in eine Schüssel und bewegen die Hände darin. Herr Bernd J. aus Ratzeburg nimmt stattdessen sogenannte „Wärme-Pflaster“, die es in verschiedener Ausführung in der Apotheke gibt und die man auf passende Größe zuschneiden kann. Die starke Wärmewirkung hält etwa acht Stunden an und kann daher für unterwegs nützlich sein.
Frau Maren B. aus Bremen ergänzt: „Wegen der Steifheit des Daumen-Sattelgelenks trage ich tagsüber Handschuhe ohne Fingerkuppen, die die gesamte Hand wärmen.“ Sie sind aus 70 % Lammwolle und 30 % Angora. Es gibt sie auch als „Handwärmer“ von der Firma Medima. Die Beweglichkeit ist dadurch etwas besser. Eine ähnliche Wirkung speziell für das Handgelenk haben Pulswärmer, mit denen Herr Rolf R. aus Marktoberdorf gute Erfahrung gemacht hat. Seine Pulswärmer sind aus weicher Wolle und im Rippenmuster selbst gestrickt. Pulswärmer sollten nur ganz locker anliegen.