Tipps bei Arthrose der Halswirbelsäule

Schmerzhafte Verspannungen der Nackenmuskulatur sind häufig. Sie können harmlos sein, sie können aber auch die Folge einer Arthrose sein und sie können die Ursache einer Arthrose sein. Je länger sie bestehen, desto schädlicher ist der Dauerdruck, den sie auf die feinen Gelenke der Halswirbelsäule (HWS) ausüben. Ja, sie wirken sich auch auf den Gemütszustand aus. Man hat das Gefühl, eine schwere Last tragen zu müssen. Wie dankbar ist man deshalb für jede noch so kleine Empfehlung. Viele unserer Mitglieder, die selbst betroffen sind, haben uns gern ihre eigenen Erfahrungen mitgeteilt, die wir nochmals hervorheben und auch ergänzen möchten. Die Praktischen Tipps in den ARTHROSE-INFOS Nr. 6, 16, 26 und 36 enthalten wichtige Grundlagen und sind ebenfalls sehr zu empfehlen.

1. Seidenschal tragen

Wer an Halswirbel-Arthrose leidet, sollte den Nacken- und Schulterbereich ständig schützen. Schwitzen, Zugluft und Unterkühlung müssen vermieden werden, da sie zu einer Verspannung der Muskulatur führen und akute Schmerzen auslösen können. “Bei mir hat es sich als günstig erwiesen, ständig einen Seidenschal zu tragen, besonders auch im Auto und bei Bahnfahrten”, schrieb Frau Margarete F. nahe Heidelberg. Seidenschals sind leicht und zu jeder Jahreszeit angenehm. Manche Männer tragen sie gern als Alternative zur Krawatte.

2. Rollkragen-Pullover etc.

Ähnlich angenehm ist das Tragen von Rollkragen-Pullovern. Der Pionier des Smartphones und des Personal-Computers, der Amerikaner Steve Jobs, liebte besonders die aus deutscher Produktion und machte sie zu seinem Markenzeichen. Für Männer und Frauen gibt es sie in zahllosen Formen und Farben und passend zu allen Jahreszeiten und Witterungen. Entscheidend ist, dass sie Nacken und Hals warm halten, aber ohne einzuengen und ohne Druck auszuüben. Dann sind die wichtigen Nackenmuskeln auf wohltuende Weise geschützt und können sich entspannen.

3. Auch zusätzliche Wärme tut gut

Zu allen Jahreszeiten tut auch örtlich angewandte Wärme gut. Sie hilft, die Muskulatur zu lockern und damit die Belastung von den betroffenen Wirbelgelenken zu nehmen. Viele Mitglieder berichten, wie angenehm auch das Vorwärmen des Kopfkissens ist. Sogenannte Dinkel-Kissen, die eine Füllung mit Dinkel-Körnern enthalten, welche in Reformhäusern, Apotheken und im Internet erhältlich sind, können z. B. in der Mikrowelle leicht erwärmt werden. Auch normale Kopfkissen kann man vor dem Zubettgehen mit einer Wärmflasche oder einem Heizkissen vorwärmen.

4. Naturmoor-Packungen

Packungen, die natürliche Moorerde enthalten, speichern die Wärme sehr lange und werden deshalb von vielen Betroffenen als besonders wohltuend beschrieben. Herr Rolf W. aus Bremen empfahl: “Ich lasse Packungen mit angenehm warmer Moorerde für etwa 20 Minuten im Nacken- und Schulterbereich einwirken. Das tut mir gut.” Auch diese Packungen sind in Reformhäusern und Apotheken erhältlich. WICHTIG: Manche Betroffene haben beobachtet, dass ihnen nicht Wärme-, sondern Kühlpacks helfen. In beiden Fällen am besten die optimale Temperatur behutsam austesten.

5. Hand wärmt den Nacken

Wenn sich die Verspannung der Nackenmuskeln soeben erst entwickelt und langsam zunimmt, kann man sie oft auf erstaunlich einfache Weise stoppen und lösen: Auch Hände sind eine beachtliche Wärmequelle. Legt man die eigene Hand ganz leicht und ohne jeglichen Druck an die verspannten Muskeln, so kann man oft in Sekundenschnelle beobachten, wie sich die Verspannung löst und die Schmerzen aufhören. Allein schon das ganz leichte Berühren reicht für die Wärmeübertragung aus – je weniger Druck, umso besser.

6. Das Betrachten der Hände – eine erstaunliche Wirkung

Unsere Hände können noch mehr. Sie können auch eine Fernwirkung entfalten – und dies ohne Berührung. Der Arzt, der das Autogene Training erfand, machte zwei Entdeckungen:
(1) Allein schon das längere ruhige Betrachten der Hand-Innenfläche führt zu einem wohligen Wärmegefühl in der gesamten Hand. Die Wirkung verstärkt sich noch, wenn man beide Hände gleichzeitig betrachtet. (2) Nicht nur die Hände werden warm, auch der ganze Mensch kommt in einen Zustand wohltuender Entspannung, und so auch der Nacken. Wie einfach, wie schön!

7. In der Mittagspause hinlegen

Frau Ulrike L. aus Winsen empfahl eine altbekannte Regel. "In der Mittagspause lege ich mich eine Stunde aufs Bett." Die tägliche Ruhepause führt zur allgemeinen Erholung und zu einer biomechanischen Entlastung der Halswirbelgelenke. Sie werden von der Last des Kopfgewichts befreit und können sich dadurch spürbar erholen. Eine einstündige Pause mittags oder nachmittags ist daher eine einfache und wirksame Methode, um die Halswirbelsäule zu schützen. Dabei sollte man auf eine bequeme Lagerung des Kopfes achten und z. B. ein kleines Kissen verwenden.

8. Ein "glückliches Tagebuch" führen

Wer auch über die kleinen Wunder staunen kann, die sich täglich ereignen, ist froh und dankbar. Freude und Dankbarkeit entspannen die Muskeln des ganzen Körpers und auch die des Nackens. Als eine bekannte amerikanische Fernsehmoderatorin nach dem Geheimnis ihres Erfolgs gefragt wurde, antwortete sie: “Jeden Abend schreibe ich ein paar Zeilen in mein Tagebuch. Dazu frage ich mich: Was waren die drei schönsten Erlebnisse dieses Tages? Nur diese schreibe ich auf. Das erfüllt mich mit großer Freude, und ich schlafe danach entspannt und glücklich ein.”

9. Nützliche Gürteltasche

Touristen, die ihre Geldbörse schützen möchten, ist die Bauchgürteltasche gut bekannt. In den einfachen Ausführungen verfügt sie über Schlaufen, durch die man den Gürtel ziehen kann. In anderen Versionen haben diese Taschen einen eigenen Gürtel mit einem Steckschloss vorn neben der Tasche. In beiden Fällen kann man darin kleinere Gegenstände gut verstauen, ohne dass Schultern und Halswirbelsäule belastet werden. Ein Mitglied aus Siegen schrieb: "Für Kleinigkeiten benutze ich eine Bauchgürteltasche. Bequemer geht es nicht. Dies ist wirklich zu empfehlen!"

10. Bei der Gartenarbeit trage ich eine Halskrause

Die bereits im ARTHROSE-INFO Nr. 6 beschriebene elastische Halskrause ist eigentlich nur für die Frühbehandlung akuter Nackenbeschwerden gedacht. Herr Otto H. aus Essen hat jedoch folgende Beobachtung gemacht: “Ich weiß, dass man die Halskrause nicht ständig tragen soll. Ich trage sie bei der Haus- und Gartenarbeit oder gelegentlich nach Feierabend, um den Halswirbeln eine Pause zu gönnen, höchstens jedoch für eine Stunde.” Durch diesen Schutz kann eine Überlastung bei bestimmten Tätigkeiten vermieden werden.

11. Abendspaziergang

Immer wieder erreicht uns auch der folgende Tipp: Spazierengehen ist bei HWS-Arthrose und bei Neigung zu Verspannungen der Nacken-Muskeln eine einfache und bewährte Selbsthilfe. Wenn man dabei die Arme entspannt und harmonisch pendeln lässt, fördert dies eine gute, aufrechte Haltung, und die Nacken- und Rückenmuskeln werden wohltuend gelockert. Mit einem Abendspaziergang kann man sich auch innerlich auf den kommenden Tag vorbereiten und durch Vorausplanung so manchen Verspannungen vorbeugen. Die Nacken-Muskeln werden es danken.

12. Mit bester Empfehlung

Sich gern und frohgemut auf die Aufgaben des nächsten Tages vorzubereiten, kann in der Tat schmerzhafte Verspannungen vermeiden helfen. Dabei wird auch dieses schmale Taschenbuch einen großartigen Beitrag leisten. Natürlich kommt es dabei auf die eigene Mitwirkung an. Ein wenig Konsequenz und Ausdauer werden aber reiche Ernte bringen. Bald wird man mit Staunen beobachten, wie sich die Beschwerden bessern und seltener werden. So kann man mithilfe dieses Büchleins selbst viel für die eigene Gesundheit tun. Besonders auch bei einer HWS-Arthrose ist es deshalb von unschätzbarem Wert!