Das Sprunggelenk, auch „Fußgelenk“ oder „Knöchelgelenk“ genannt, besteht aus zwei Teilen. Das obere Sprunggelenk ermöglicht das Heben und Senken des Fußes und umfasst auch Innen- und Außenknöchel. Besonders der Außenknöchel ist verletzlich und kann beim Stürzen oder Umknicken leicht brechen. Das untere Sprunggelenk dient dem Heben des Fuß-Innen- und -Außenrands und ist für sicheres Gehen ebenfalls sehr wichtig. Wenn das obere oder untere Sprunggelenk an Arthrose erkrankt, wird oft jeder Schritt schmerzhaft und unsicher. Häufig werden dadurch auch Knie, Hüfte und Wirbelsäule vermehrt belastet. Viele Mitglieder haben uns dankenswerter weise wieder ihre persönlichen Tipps übersandt. Für die Überprüfung und Ergänzung dieser Hinweise danken wir auch unseren Experten sehr herzlich. Die früheren Tipps in den ARTHROSE-INFOS Nr. 4 und 14 möchten wir als Grundlage nochmals empfehlen.
Viele Mitglieder, die eine Sprunggelenkarthrose haben, spüren bereits eine gewisse Erleichterung, wenn sie etwas festere Schuhe mit dämpfenden Sohlen tragen, die im orthopädischen Schuh-Fachhandel erhältlich sind. So schreibt Frau Margret W. aus Oldenburg: „Gute Erfahrungen habe ich mit Schuhen der Firma Ecco gemacht. Einige haben eine gute Abrollhilfe. Auch kann man darin bequem Einlagen tragen“ (Internet: www.eccoshop.de). Frau Ulla K. aus Aachen schreibt: „Sehr zufrieden bin ich mit den Schuhen der Firma Durea“ (Internet: www. durea.nl, leider nur auf Holländisch).
Speziell für den Sommer erhielten wir zudem den folgenden Hinweis: „Im Sommer trage ich sogenannte Kellnerinnen-Schuhe. Sie helfen mir ausgezeichnet.“ Kellnerinnen-Schuhe sind eine Art Sandalen, die bis über den Knöchel reichen und geschnürt werden. Sie sind hinten, vorn und seitlich offen, geben dem Sprunggelenk aber dennoch einen gewissen Halt. Besonders in Berufen, in denen häufiges Gehen oder langes Stehen erforderlich ist, können sie das Sprunggelenk etwas schützen und abstützen. Erhältlich sind Kellnerinnen-Schuhe meist in Fachgeschäften für Berufsbekleidung.
Auch eine Art von Sportschuhen, die speziell für das Gehen und Wandern entwickelt worden ist, kann bei Sprunggelenk-Arthrose hilfreich sein. Walking, gesprochen „woaking“, bedeutet auf Englisch „Gehen“. Walking-Schuhe sind etwas fester als normale Turnschuhe. Sie haben eine gröbere und kräftigere Sohle. Verschiedene Hersteller wie z. B. Adidas, Reebok, Nike oder Asics bieten jeweils eigene Modelle an. Frau Birgit W. aus Seevetal betont die gute Abrollsohle und Dämpfung ihrer Walking-Schuhe.
Bei schwerster Arthrose können auch besondere Therapie-Schuhe nützlich sein. Frau Manuela J. aus Bad Kreuznach empfahl: „Für schlimme Schmerzen habe ich den Adipromed-Schuh.“ Ein anderes Mitglied berichtet: „Ich habe einen ,Arthrose-Stiefel‘. Er ist fest wie ein Panzer am Fuß. Er hilft mir sehr.“ Adipromed (Hersteller: Firma Orthotech) oder auch andere individuell angefertigte orthopädische Schuhe sind relativ schwer, reichen bis zum Unterschenkel und werden vom Orthopädie-Schuhmacher auf Rezept nach vorheriger Genehmigung der Krankenkasse bestellt bzw. angefertigt.
Die Orthopädietechnik-Firma Sporlastic bietet ein weiteres nützliches Hilfsmittel an. Ihre aus festem unelastischem Stoff bestehende Schnür-Bandage „Swede-O-Universal“ (mit oder ohne Klettband) kann dem erkrankten Fuß festen Halt geben. Ein Vorteil ist, dass sie in verschiedenen Schuhen getragen werden kann und zudem preislich günstiger ist als die erwähnten Arthrose-Stiefel. Wenn man den Strumpf darüber zieht oder sie unter einer Hose trägt, fällt sie oft nicht mehr besonders auf. Bei Sprunggelenk-Arthrose kann diese auf Rezept verordnete Bandage gelegentlich hilfreich sein.
Auch Sprunggelenk-Bandagen, die aus elastischem feingestricktem Material bestehen, werden von mehreren Mitgliedern empfohlen. Beispiele dieser Kompressions-Bandagen sind die Bandage „MalleoTrain“ der Firma Bauerfeind oder die Sprunggelenk-Bandage „JuzoFlex Malleo“ der Firma Juzo, auf die unser Mitglied Frau Ursula B. aus Essen hinweist und mit der sie gute Erfahrungen gemacht hat. Beide Bandagen sind rezeptfähig und in Sanitätshäusern und im Internet-Versandhandel erhältlich. Sie stabilisieren das Gelenk zwar nicht biomechanisch, beugen aber einem Anschwellen des Fußes vor.
Auch ein bekanntes Hausmittel, auf das wir schon bei anderen Arthrose- Formen hingewiesen haben, kann bei Sprunggelenk-Arthrose versucht werden. Frau Cordula K., ein Mitglied aus Mönchengladbach, schreibt: „Wenn ich nachts starke Schmerzen verspüre, mache ich mir Quark-Umschläge. Der gekühlte Quark hat eine angenehm lindernde Wirkung und nimmt die Schmerzen, sodass der Fuß am nächsten Morgen wieder ,fit‘ ist.“ Empfehlenswert kann auch sein, den Verband nach etwa zwei Stunden wieder abzunehmen, wenn die kühlende Wirkung nachgelassen hat.
Herr Hermann G. aus Burgkirchen hat eine weitere nützliche Beobachtung gemacht, auf die er hinweisen möchte. Er hat festgestellt, dass bei ihm das Einreiben mit Olivenöl wirksam ist. Er reibt jeden Morgen das erkrankte Sprunggelenk damit ein und ist froh, dass sich seine Beschwerden damit lindern lassen. Erhältlich ist dieses meist aus dem Mittelmeerraum kommende Lebensmittel in vielen Supermärkten und Lebensmittelabteilungen.
Bei einem anderen Mitglied hat sich Physiotherapie besonders bewährt. So stellte Frau Anja N. aus München fest: „Ich mache regelmäßig eine manuelle Therapie beim Krankengymnasten. Dadurch werden die Fußgelenke wieder geschmeidig und die Beweglichkeit wird erheblich verbessert. Dies hilft mir am besten. Außerdem darf man nicht vergessen, die Muskulatur zu kräftigen.“ Wie bei jeder Arthrose ist auch beim Sprunggelenk die fachgerechte Physiotherapie – mit und ohne behutsamer Manualtherapie – ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Die Wirksamkeit dieser bekannten fernöstlichen Heilmethode kann an verschiedenen Gelenken vermutlich unterschiedlich sein. Eine gewisse Linderung bei ihrer Sprunggelenk-Arthrose erzielte Frau Gertrud B.: Ihre Ruheschmerzen konnten damit beseitigt werden. Bei einem anderen Mitglied waren die Ergebnisse sogar so positiv, dass im normalen Alltag keine Schmerzen mehr auftraten. Ein Versuch mit dieser Methode kann daher nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt möglicherweise sinnvoll sein.
Eine erste Übung haben wir bereits im ARTHROSE-INFO Nr. 4 beschrieben. Die folgende Ergänzung kann für das untere Sprunggelenk hilfreich sein: (1) Man sitzt mit gebeugtem Knie und hebt den Fuß leicht vom Boden ab. Dann zieht man den äußeren Fußrand hoch und hält diese Position für ca. 7 Sekunden – (2) daraufhin entspannt man die Muskeln und zieht den inneren Fußrand nach oben. Auch diese Stellung hält man etwa 7 Sekunden. Beide Übungen werden dreimal wiederholt und benötigen nur etwas über eine Minute. Am besten macht man sie mehrmals morgens, mittags und abends.
Aquajogging ist ein Bewegungstraining im Wasser, das viele als angenehm empfinden. Dabei ist das erkrankte Gelenk vom Körpergewicht entlastet. Ähnliches gilt auch für Radfahren in ebenem Gelände, das auch bei Sprunggelenk-Arthrose das Körpergewicht vom erkrankten Gelenk weitgehend fernhält. Dabei sollte man stets auf gute Verkehrssicherheit achten, wozu auch eine gute Beleuchtung zählt. Wie bei allen Gelenken der Beine ist das Radfahren somit auch bei Arthrose des Sprunggelenks nützlich, empfehlenswert und schenkt neue Bewegungsfreiheit.