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Praktische Tipps bei Hüft-Arthrose

Die Arthrose der Hüfte – auch “Cox-Arthrose” genannt – kann viele verschiedene Ursachen haben, von denen manche sogar bis in die früheste Kindheit zurückreichen. Durchblutungs-, Wachstums- und Reifungsstörungen, chronische Überlastung, Unfälle, seien als die wichtigsten genannt. Je nach individuellem Befund reicht die Therapie von bestimmten krankengymnastischen Übungen bis hin zur manchmal nicht vermeidbaren Operation. In allen Fällen aber ist die aktive Mitarbeit und Unterstützung durch den Patienten von großer Bedeutung für die erfolgreiche Behandlung. Im Folgenden nennen wir zwölf wichtige Tipps bei Hüft-Arthrose, die für nahezu alle Formen und Stadien dieses Leidens gelten. Wenn Sie versuchen, diese einfachen Regeln in Ihren Alltag einzubauen und sie regelmäßig befolgen, können Sie viel für sich und Ihre Gelenke tun. Vorangestellt sind diesmal drei einfache krankengymnastische Übungen, die man täglich zweimal durchführen sollte und für die man nur wenige Minuten benötigt.

1. Übung: “Hüfte nach hinten dehnen“

  1. Gerade stehen. Beide Füße nebeneinander setzen -
  2. Mit dem gesunden Bein einen Schritt nach vorne machen – 
  3. Mit vorsichtiger, leicht federnder Bewegung das betroffene Bein nach hinten strecken. Sie spüren hierbei eine deutliche Spannung vorne in der Leiste. 

Diese wichtige Übung sollte man jeden Morgen und jeden Abend durchführen, zum Beispiel im Anschluss an das Zähneputzen. Sie dauert nur etwa 2 Minuten.

2. Übung: „Hüfte seitlich dehnen“

  1. Gerade stehen. Beide Füße nebeneinander setzen -
  2. Mit dem gesunden Bein einen Schritt zur Seite tun -
  3. Jetzt die Arthrose-Hüfte vorsichtig zur Seite dehnen, bis Sie an der Innenseite des Oberschenkels eine deutliche Spannung verspüren. Am einfachsten ist es, wenn Sie dasselbe abwechselnd auch mit der gesunden Seite tun und mehrmals von einer Seite zur anderen pendeln. 

Auch diese Übung sollte man behutsam durchführen. Für beide benötigt man nur etwa je 2 Minuten.

3. Übung: „Knie anziehen und öffnen“

Diese Übung wird im Liegen durchge führt, und zwar am besten abends:

 

  1. Rückenlage einnehmen, beide Beine anziehen und die Füße nebeneinander setzen -
  2. Ganz behutsam die Beine öffnen, soweit die Hüften dies erlauben. Hierbei darf man nicht nachhelfen oder Kraft anwenden -
  3. Nach einigen Minuten werden Sie beobachten, dass sich die Beine durch das eigene Gewicht ganz von selbst weiter öffnen.

Diese Übung muss behutsam durchgeführt werden und sollte nur 5 bis 10 Minuten dauern. Bei den ersten Schritten nach Beendigung der Übung muss man langsam und vorsichtig gehen.

4. Nicht auf der kranken Seite liegen

Wenn das Hüftgelenk an Arthrose erkrankt ist, sollte man versuchen, vorübergehend nicht auf dieser Seite zu liegen. Dies gilt auch dann, wenn Sie keine Schmerzen haben. Wenn Sie auf der gesunden Seite liegen, ist oft ein Kissen zwischen den Knien sehr angenehm. Bei Rückenlage ist es jedoch für die Gelenke besser, keine Kissen unter die Knie zu legen.

5. Leiden Sie an Schlaflosigkeit?

Nach einem gesunden und erholsamen Schlaf fühlt man sich frisch und entspannt und ist bereit für den kommenden Tag. Auch die Gelenke benötigen den Schlaf, um die nötige Erholung zu erhalten. Mangelnde Nachtruhe oder Schlaflosigkeit – bedingt durch Stress, Sorgen oder auch Schmerzen – können die Arthrose-Beschwerden erheblich verschlimmern. Versuchen Sie deshalb stets, einen erholsamen Nachtschlaf zu erreichen und konsequent alle Ursachen der Schlaflosigkeit auszuschalten.

6. Nicht zu lange sitzen

Viele Menschen mit Hüft-Arthrose spüren, dass langes Sitzen unangenehm ist. Stehen Sie daher öfter auf und bewegen Sie sich. Wechseln Sie Sitzen und Stehen miteinander ab, wann immer es Ihnen möglich ist.

7. Nicht zu lange auf den Beinen sein

Nicht nur zu langes Sitzen, auch zu langes Gehen und Stehen sollte zur Schonung Ihrer Gelenke vermieden werden. Viele Tätigkeiten im Haushalt lassen sich sogar viel bequemer im Sitzen durchführen, so zum Beispiel auch das Bügeln oder das Zubereiten der Mahlzeiten.

8. Keine Lasten tragen

Diese wichtige Grundregel gilt ganz besonders auch bei der Hüft-Arthrose. Viele Menschen tragen in Beruf oder Freizeit oft schwere Lasten, ohne sich dessen bewusst zu sein. Jedes Kilogramm Belastung schadet aber dem Arthrosegelenk. Immer wieder gilt deshalb: „Keine Lasten tragen!“ Besonders wichtig ist diese Regel in Zeiten, in denen Sie keine Schmerzen verspüren. So können rollende Werkzeug-Kästen und auch Koffer mit Rollen die Hüftgelenke deutlich entlasten.

9. Übergewicht vermeiden

Es wird wahrscheinlich immer spindeldürre und auch immer korpulente Menschen geben. Wenn eine Arthrose der Hüfte (oder des Knies) festgestellt ist, stellt aber die entschlossene Gewichtsabnahme eine der wichtigsten Selbsthilfe-Maßnahmen dar. Beginnen Sie deshalb, sofort und entschlossen jedes überflüssige Pfund über Bord zu werfen! Nehmen Sie Ihre Zukunft selbst in die Hand. Es lohnt sich. Die Belohnung können viele Jahre gesunder Bewegung sein.

10. Sind Ihre Füße gesund?

Schmerzende Füße können die Be- schwerden von Seiten einer bereits bestehenden Hüft-Arthrose verschlimmern. Wenn Sie Beschwerden haben durch Spreizfuß, Plattfuß oder Hammerzehen, sollten Sie sich umgehend um eine wirksame Therapie bemühen. Einlagen, Bandagen oder andere ärztliche Maßnahmen können die Schmerzen lindern. Im Übrigen sollte man möglichst keine Schuhe mit harten Ledersohlen tragen.

11. Gut warm halten

Diese wichtige Arthrose-Regel gilt be sonders bei der Hüft-Arthrose. Auch in der sommerlichen Jahreszeit kann man sich unterkühlen, ohne es zu merken. Wichtig ist deshalb, stets warme Kleidung zu tragen und Nässe und Unterkühlung jedweder Art zu vermeiden.

12. Empfehlenswerte Sportarten: Radfahren, Schwimmen

Fußball, Tennis und andere Sportarten, die einen raschen Antritt oder ein plötzliches Abstoppen erfordern, belasten die Hüftgelenke erheblich. Bevorzugen Sie stattdessen Radfahren (am besten mit einem Damenrad und große Steigungen möglichst vermeiden), Wandern, Nordic Walking, Schwimmen (besonders Rücken- und Kraul-Schwimmen) oder einen gemütlichen Spaziergang auf Waldboden mit passendem Schuhwerk.