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Praktische Tipps bei Arthrose des Sprunggelenks

Wenn wir den Fuß nicht mehr vollständig heben und senken können und wenn nach längerem Gehen und Stehen immer häufiger unbestimmte Schmerzen am Innen- oder Außenknöchel auftreten, kann dies auf eine Arthrose des oberen Sprunggelenks hinweisen. Durch die zunehmende Bewegungseinschränkung werden nach und nach auch die benachbarten Gelenke überlastet und können ebenfalls schmerzen. Viele Mitglieder haben uns dankenswerterweise wieder über ihre persönlichen Erfahrungen berichtet und ihre besten Tipps übersandt. Für die Überprüfung und Ergänzung dieser Hinweise danken wir auch unseren Experten sehr herzlich. Die früheren Tipps in den ARTHROSE-INFOS Nr. 4, 14 und 64 möchten wir als wichtige Grundlage nochmals empfehlen.

1. Eis-Umschläge, Venenkissen

Wenn die Arthrose des oberen Sprunggelenks fortschreitet, vergröbern sich die Konturen der Knöchel. Wird das Gelenk akut überlastet, kommt oft noch eine abendliche Schwellung hinzu, und es schmerzt bei jedem Schritt. Frau Gisela L. aus Saarbrücken beschreibt ihr Vorgehen dann so: „Dem geschwollenen Gelenk helfen bei mir Eis-Umschläge, und nachts ist ein Venenkissen zur Entstauung hilfreich.“ Hinweise: Coldpacks oder Eiswürfel in einer Plastiktüte unbedingt auf einem Tuch auflegen, um die Haut zu schützen; Venenkissen sind im Sanitätsfachhandel erhältlich.

2. Reise-Kniestrümpfe

Das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann gegen die Entstehung von Schwellungen vorbeugend wirken, aber nur, wenn man sie schon morgens gleich nach dem Bad anzieht. So berichtet Frau Elisabeth N. aus Aschaffenburg: „Vorbeugend sind elastische Reise-Kniestrümpfe zu empfehlen. Besonders bei längerem Stehen oder Sitzen und vor allem im Sommer sind sie hilfreich.“ Ein Förster aus Rotenburg ergänzt: „In unwegsamem Gelände trage ich einen elastischen Strumpf oder die Aircast-Schiene (s. Tipp 8).“ Elastische Reise-Kniestrümpfe sind in vielen Kaufhäusern erhältlich.

3. Nichts Schweres tragen

Da das gesamte Körpergewicht auf den Sprunggelenken lastet, werden sie bei jedem Schritt höher beansprucht als z. B. die Hüft- oder Kniegelenke. Außerdem wirkt sich jedes Kilogramm, das wir tragen, nicht nur einfach, sondern rund dreifach aus. Fünf Kilogramm zusätzliches Gewicht belasten das erkrankte Gelenk somit tatsächlich mit fünfzehn Kilogramm und überfordern es rasch. Ein Mitglied empfiehlt: „Ich habe es mir zur Regel gemacht, nie mehr als höchstens fünf Kilogramm zu tragen. Stattdessen benutze ich für kleinere Einkäufe das Fahrrad oder einen Einkaufsroller.“

4. Auf normales Körpergewicht achten

Viele Betroffene bestätigen auch, wie günstig sich bei ihnen eine Verminderung des Körpergewichts ausgewirkt hat. Auch hier gilt: Jedes Kilogramm weniger entlastet das schmerzende Gelenk um etwa drei Kilogramm, wodurch man für das eigene Bemühen zusätzlich belohnt wird. Besonders einfach ist es, sich regelmäßig zu bewegen und auf kalorienhaltige Getränke zu verzichten. Das eigene Normalgewicht ergibt sich einfach aus: Körpergröße in Zentimetern minus 100. Wer 170 cm groß ist, sollte nur 70 Kilogramm wiegen. Dies schützt sowohl die Gelenke als auch Herz und Kreislauf.

5. Sportschuhe „New Balance 993“

Schuhe, die bei Sprunggelenk-Arthrose besonders empfehlenswert sind, haben wir bereits im ARTHROSE-INFO Nr. 64 vorgestellt. Auf einen weiteren, noch etwas weniger bekannten Sportschuh, mit dem er gute Erfahrungen gemacht hat, weist Herr Siegfried S. aus Hamburg hin: „Sportschuhe der Marke ›New Balance 993‹ haben eine hervorragende Sohlenelastizität und Weichbettung und vermindern meine Beschwerden. Da sie zudem etwas breiter sind, können sie auch bei Hallux valgus der Großzehe hilfreich sein.“ Weitere Informationen hierzu unter: www.newbalance.de.

6. Schuhe der Firma Vamos

Frau Inge E. aus Dresden ergänzt: „Ich habe beim Kauf von modischen Schuhen mit der Versandfirma Vamos gute Erfahrungen gemacht. Die bei mir notwendige orthopädische Anpassung dieser Schuhe schmälert ihr Aussehen nur unwesentlich, ist aber für mich eine wichtige Hilfsmaßnahme. Dies betrifft besonders auch die Hausschuhe, die ich wegen meiner Beschwerden meist trage.“ Kataloge der Firma Vamos können kostenlos bestellt werden bei: Vamos Versand, Postfach 100 106, 76231 Karlsruhe, Tel.: 01 80 – 5 93 69 73 (14 Cent/Min.), www.vamos-schuhe.de.

7. Sand und Pflasterwege meiden

Jede seitliche Beanspruchung des Fußes kann das geschädigte Gelenk zusätzlich belasten und Beschwerden verstärken. Herr Gerald L. aus Witten empfiehlt: „Gehen auf Sand (am Strand!), Kies, losem tiefem Schnee, gepflasterten und schrägen Flächen ist unbedingt zu vermeiden! Auch ist es auf gepflasterten Straßen besser, konsequent nur auf den glatten Trennstreifen zu gehen. Bei ›Gegenverkehr‹ bleibe ich einfach stehen, warte und gehe erst danach wieder weiter.“ Auch bei Arthrose an Hüft- und Kniegelenken sind Pflasterwege in den Innenstädten möglichst zu meiden.

8. Nützliche Luftpolster-Schiene

Festen Halt und Schutz gegen ein seitliches Umknicken kann eine Schiene geben, die eigentlich für Bandverletzungen entwickelt worden ist. Sie besteht aus zwei anatomisch geformten Kunststoffschalen, deren Innenflächen luftgepolstert sind. Sie werden mit einfachen Klettschlaufen angelegt. Der Druck auf die schmerzenden Knöchel wird deutlich gemindert. Gleichzeitig ist der Fuß weiterhin beweglich und kann gehoben und gesenkt werden. Herr Hans R. aus Rotenburg empfiehlt besonders die Aircast-Schiene der Firma DJO, die in Sanitätshäusern erhältlich ist.

9. Kostenlose Umsteigehilfe der Bahn

Im ARTHROSE-INFO Nr. 7 haben wir bereits den Haus-zu-Haus-Gepäck-Service beschrieben. Auch beim Ein- und Aussteigen auf Bahnhöfen kann man sich kostenlose Hilfe organisieren. Darauf weist Frau Ursula D. aus Münster hin: „Ich habe keinen Schwerbehinderten-Ausweis, habe aber trotzdem bei der Bahn für eine Reise eine Umsteigehilfe bestellt unter der Tel.- Nr.: 0 30 – 65 21 28 88, Mo - Fr von 6.00 - 22.00 Uhr, Sa + So + an Feiertagen 8.00 - 20.00 Uhr). Informationen hierzu gibt es in einer Broschüre sowie auf www.bahn.de unter „Reise & Services“, „Barrierefreies Reisen“.

10. Klapp-Fahrrad als Fluggepäck

Ebenso schont Radfahren das erkrankte Sprunggelenk. Wann immer man das Fahrrad benutzen kann, wird das Arthrosegelenk spürbar entlastet. Auch bei Ausflügen und Urlaubsreisen braucht man darauf nicht zu verzichten, wenn man ein Klapp-Rad, oft als Falt-Rad bezeichnet, im Kofferraum des Autos mit sich führt. Ein Mitglied schreibt: „Ich nehme mein leichtes Klapp-Fahrrad sogar als Fluggepäck mit in den Urlaub. Wenn ich zudem meine Gehhilfe auf dem Gepäckträger habe, werde ich damit sogar in Fußgängerzonen und auf der Kurpromenade akzeptiert.“

11. Übung 1 – vorsichtiges Heben und Senken

Hilfreich gegen eine zunehmende Einsteifung des Gelenks kann auch diese einfache Übung sein, wobei sie betont vorsichtig durchgeführt werden muss:

  1. Man setzt sich auf die Vorderkante eines stabilen Stuhls. Die Knie sind nur leicht gebeugt.
  2. Langsam werden die Füße jetzt hochgezogen, wobei die Fersen weiterhin Bodenkontakt behalten.
  3. Während die Füße angezogen bleiben, werden die Knie zusätzlich langsam gestreckt und für ca. 7 Sekunden in dieser Position gehalten.

Nach weiteren 7 Sekunden Pause wird diese Übung noch dreimal wiederholt.

12. Übung 2 – außen- und innenseitiges Hochziehen

Danach schließt sich die bereits bekannte Übung zum unteren Sprunggelenk an. Sie dient auch der Kräftigung jener Muskeln, die seitlichen Halt geben: (1) Man sitzt mit gebeugtem Knie und hebt den Fuß leicht vom Boden ab. Dann zieht man den äußeren Fußrand hoch und hält diese Position für 7 Sekunden – (2) darauf entspannt man die Muskeln und zieht den inneren Fußrand nach oben. Auch diese Stellung hält man etwa 7 Sekunden. Beide Übungen werden dreimal wiederholt. Weitere nützliche Übungen kann man in der krankengymnastischen Behandlung erlernen.