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Praktische Tipps bei Knie-Arthrose

Wer über viele Jahre Beschwerden durch seine Kniearthrose hat, ist dankbar für jeden noch so kleinen Hinweis, gern auch von anderen Betroffenen. In der heutigen Ausgabe des ARTHROSE-INFOS möchten wir daher einmal eine Auswahl von praktischen Tipps vorstellen, die uns dankenswerterweise von unseren Mitgliedern übersandt worden sind. So manche dieser nützlichen Empfehlungen haben sich im Alltag bewährt und können in vielen Fällen Schmerzen und Einschränkungen bei Kniearthrose zumindest etwas lindern helfen. Sie sind daher einen Versuch wert:

1. Nützliche tägliche Übung

Frau Christa G. aus Erftstadt empfiehlt als tägliche Übung: (1) Man setze sich auf einen Küchenstuhl und nehme ein Buch hochkant zwischen beide Füße. Die Hände umfassen die Sitzflächen, und die Füße werden so zusammengedrückt, dass sie das Buch sicher halten. (2) Zusammen mit dem Buch werden die Beine dann langsam gestreckt und in voller Streckung für etwa sieben Sekunden gehalten. Nachdem die Knie dann wieder langsam gebeugt wurden, wird diese Übung insgesamt siebenmal wiederholt. Diese Übung dehnt und kräftigt die Beinmuskeln. (NICHT bei Kniescheibenarthrose anwenden!)

2. Die Treppe abwärts am besten rückwärts gehen

Mehrere Mitglieder berichten, dass sie aufgrund ihrer Kniearthrose Trepp abwärts am sichersten rückwärts gehen. Bedingung dafür ist, dass man sich an einem Treppengeländer sicher festhalten kann. Mit festem Griff am Geländer setzt man dann vorsichtig das Arthrose kranke Bein zuerst eine Stufe abwärts und zieht erst dann das gesunde bzw. weniger betroffene Bein auf die gleiche Stufe nach. Obwohl dieser Rückwärtsgang auf der Treppe viel Geduld und Konzentration erfordert, kann er dennoch bei Schmerzen im Knie das Treppen gehen spürbar erleichtern.

3. Einfache Kniebandage oder Kniewärmer

Vermutlich kann keine Kniebandage das Kniegelenk so stark stützen, dass es tatsächlich geschient und geführt wird. Dennoch berichten viele Mitglieder über Erfolge mit einfachsten Kniebandagen. So heißt es in einem Schreiben: „Bei längerem Gehen und Stehen hilft mir eine einfache Kniebandage, die ich für nur € 5,– in einem Bekleidungsgeschäft fand.“ Andere Mitglieder bestätigen, wie wohl es ihnen tut, die Knie warm zu halten: „Die sanfte Wärme von wollenen Kniewärmern – sie können auch selbst gestrickt sein – ist sehr angenehm!“ (Ärzte empfehlen auch „anatomische“ Bandagen.)

4. Die Beine hochlegen

„Ich lagere meine Beine mehrmals täglich hoch“, berichtet eine andere Leserin. „Im Bett verwende ich dafür ein sogenanntes Venenkissen, das im Sanitätshaus erhältlich ist. Dies bekommt mir sehr gut.“ Eine ähnliche Wirkung kann erzielt werden, wenn das Bett über einen verstellbaren Lattenrost verfügt und man das Fußteil etwas höher stellt. Verstellbare Lattenroste sind in allen Möbelgeschäften erhältlich und zudem recht preisgünstig. Bei Herzschwäche sollte man aber mit dem behandelnden Arzt Rücksprache halten, ob diese Maßnahme im persönlichen Fall empfehlenswert ist.

5. Kneipp’sche Fußgüsse

Eine weitere Leserin empfiehlt: „Daneben habe ich mir angewöhnt, Kneipp’sche Fußgüsse anzuwenden.“ In der Regel wird der kühle Wasserstrahl relativ schwach eingestellt, meist auf etwa 10 cm Höhe. Die Güsse beginnen dann z. B. an den Fußsohlen und werden bis hinauf zur Hüfte ab-wechselnd an der Innen- und Außenseite des Beins durchgeführt. Diese einfache, aber bewährte und täglich anwendbare Methode kann sehr nützlich sein und die Beschwerden lindern helfen (zu weiteren Angaben siehe auch unseren Buchtipp auf Seite 14 dieser Ausgabe).

6. Weißkohlblätter oder Magerquark

Wenn sich das Kniegelenk entzündet, können auch viele natürliche Hausmittel hilfreich sein. Frau Irmgard S. aus Droyßig gibt folgenden Hinweis: „Zur Schmerzlinderung lege ich mir an einem Abend zerkleinerte Weißkohlblätter aufs Knie, am anderen Abend gekühlten Magerquark.“ Beide werden zuerst mit einer Folie abgedeckt und dann mit einem dünnen Handtuch oder einer elastischen Binde umwickelt. Weißkohlblätter und Quarkumschläge entziehen dem entzündeten Knie Flüssigkeit und können Schwellungen und Schmerzen verringern (siehe auch ARTHROSE-INFO Nr. 21).

7. Arnika Schmerz-fluid

Bei Herrn Manfred W. aus Northeim hat sich hingegen tägliches Einreiben bewährt: „Bei Schmerzen nehme ich Arnika Schmerz-fluid zum Einreiben.“ Dieses Mittel mit natürlichen Zusätzen ist in allen Apotheken erhältlich. Auch wenn seine Wirkung bisher wissenschaftlich nicht sicher bewiesen ist, berichten viele Betroffene zumindest über eine gewisse wohltuende Linderung ihrer Knie-Beschwerden. Gegen einen Versuch mit diesem Mittel dürfte daher nichts einzuwenden sein.

8. Teufelskralle

Die Teufelskralle ist eine Pflanze der afrikanischen Savannen, die ihren ungewöhnlichen Namen den Widerhaken ihrer Früchte verdankt. Für die medizinische Anwendung werden oft Cremes verwendet, die hingegen nicht aus den Früchten, sondern den Wurzeln dieser Pflanze gewonnen werden. Obwohl sie noch keinen Eingang in die wissenschaftlich begründete Arthrose-Behandlung gefunden hat, berichtet ein Mitglied aus Hamburg, dass tägliches Einreiben mit dieser Creme die Knieschmerzen lindern hilft.

9. Verstellbarer Drehhocker mit Rollen, Stehstuhl

Viele Menschen mit Kniearthrose haben Mühe, längere Zeit zu stehen. Dies kann sie sowohl bei der Arbeit als auch im Haushalt sehr beeinträchtigen. Ein Mitglied berichtet: „Für das Gemüse schälen und andere Küchenarbeiten habe ich mir einen höhenverstellbaren Drehstuhl mit fünf Rollen angeschafft, der flexibel einsetzbar ist.“ Herr Ekkehard S. aus Neustadt empfiehlt einen gepolsterten, rutschfesten Stehhocker, den er an der Küchenspüle platziert hat. Bezug: SSI Schäfer Shop GmbH, Industriestr. 65, 57518 Betzdorf, Tel. 02741/286-222, Katalog walzvital, siehe INFO Nr. 79, oder www.amazon.de.

10. FinnComfort-Schuhe

Die Schuhe der Marke FinnComfort haben wir bereits in einem früheren ARTHROSE-INFO zur Fußarthrose vorgestellt (INFO Nr. 44). Frau Christa K. aus Knetzgau verschaffen sie auch Erleichterung bei ihrer Kniearthrose: „Ich kaufe mir nur noch Schuhe der Marke FinnComfort mit herausnehm-barem Fußbett, an dessen Stelle ich weiche, ganze Einlagen lege, die mir mein Orthopäde verschreibt. Dies bringt mir große Erleichterung.“ (Ein kostenloser Katalog kann angefordert werden bei: FinnComfort, Marke der Schuhfabrik Waldi, Walter-Tron-Str. 2, 97437 Haßfurt/M., Tel.: 09521–92330.)

11. Fahrrad mit Gangschaltung, Elektromotor

Fahrrad fahren ist für das Kniegelenk weniger belastend als zu Fuß zu gehen. Diese Entlastung wird noch verstärkt durch eine moderne Gangschaltung mit 7 Gängen, wenn man die kleineren Gänge wählt, wie Frau Heidi H. beobachtet hat. Wohnt man in hügeliger Gegend, kann auch ein Fahrrad mit lautlosem Elektromotor, ein sogenanntes Pedelec, eine wichtige Anschaffung sein, womit Frau Karola R. äußerst gute Erfahrungen gemacht hat.

12. Gehstock auch im Urlaub

Schließlich kann auch die bewusste Zuhilfenahme von modernen Gehstöcken Schmerzen im Arthrose betroffenen Knie vermindern helfen. Gerade auch auf Urlaubsreisen ist dies besonders wichtig. So bestätigt ein Mitglied: „Im Urlaub nehme ich immer meinen Gehstock mit!“ Da es heute praktische Teleskop-Stöcke gibt (ARTHROSE-INFO Nr. 43) oder Stöcke, die zusammenklappbar sind (ARTHROSE-INFO Nr. 33), kann man sie – am besten gleich zwei – einfach im Koffer mitnehmen. Zudem sehen diese Stöcke sportlich aus und können viel zur Beweglichkeit am Urlaubsort beitragen.