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Praktische Tipps bei Arthrose der Hüfte

Wenn unsere Hüftgelenke erkranken, kann jedes Stehen, Gehen und sich Hinsetzen äußerst schmerzhaft sein, und viele Alltagsbewegungen werden immer mehr eingeschränkt. Auch zur Hüft-Arthrose haben uns daher wieder zahlreiche Mitglieder über ihre ganz persönlichen Erfahrungen berichtet und beschrieben, welche Hilfen sich bei ihnen im Alltag bewährt haben. Zusammen mit den bereits 60 Praktischen Tipps in den ARTHROSE-INFOS Nr. 3, 13, 23, 33 und 63 können die folgenden Hinweise in so manchen Fällen helfen, eine Hüft-Arthrose früher zu erkennen und die Beschwerden ein wenig zu lindern. Auch unseren Experten danken wir wiederum sehr herzlich für die freundliche Überprüfung und Ergänzung dieser Empfehlungen.

1. Hüft-Symptom: Schmerzen im Rücken

Wenn die Hüftgelenke an Arthrose erkranken, ihre volle Beweglichkeit verlieren und immer mehr einsteifen, belastet dies auch die Lendenwirbelsäule. Nicht selten führt dies zu einer deutlichen Hohlkreuzbildung. Die dann oft entstehenden chronischen Kreuzschmerzen können lange Zeit sogar das einzige Symptom der Hüft-Arthrose sein. So berichtet Herr Ekkehard G. aus Wachtberg: „Meine Hüft-Arthrose hat sich sozusagen fast unmerklich eingeschlichen. Meine Schmerzen spürte ich ausschließlich im Kreuz.“ An das Hüftgelenk selbst wurde daher zunächst nicht gedacht.

2. Hüft-Symptom: Schmerzen in Knie oder Unterschenkel

Auch Knieschmerzen können ein wichtiges Symptom bei Hüft-Arthrose sein. Herr Heinz H. aus Bielefeld berichtet: „Ich hatte vor allem Schmerzen im Knie und am Schienbein. Nachts waren die Schmerzen besonders stark, so dass ich oft nicht schlafen konnte.“ Auch die TV-Moderatorin Frau Sigi Harreis hat ähnliche Erfahrungen gemacht (INFO 71). Frau Dagmar D. aus Karlsruhe ergänzt: „Bei mir traten die Schmerzen besonders in der Wade auf.“ Bei allen Knie- und Unterschenkelschmerzen muss daher auch an eine Hüft-Arthrose gedacht und auch das Hüftgelenk ärztlich untersucht werden.

3. Hüft-Symptom: Schmerzen in der Leistengegend

Anatomisch leicht verständlich sind bei Hüft-Arthrose hingegen Schmerzen in der Leistenbeuge, da sich das Hüftgelenk ja in der Mitte der Leiste befindet. Nicht selten werden dabei zunächst aber andere Ursachen vermutet, wie z. B. eine Leistenzerrung, ein Leistenbruch oder ein urologisches oder gynäkologisches Leiden, und als solche eine Zeit lang behandelt. Unbedingt sollte man bei Leistenschmerzen aber auch an eine Hüft-Arthrose denken. Bei allen Schmerzen im Leisten- und Schambereich empfiehlt sich daher auch eine sorgfältige orthopädische Untersuchung des Hüftgelenks.

4. Therapie nach „Feldenkrais“

Bei einer Hüft-Arthrose entwickelt sich ein zunehmendes Ungleichgewicht vieler Muskelgruppen, wodurch die Schmerzen verstärkt werden. Durch eine gezielte Bewegungsschulung kann dies ausgeglichen und behandelt werden. Bekannt ist die Methode nach Feldenkrais. Herr Peter S. aus Verden schreibt: „Dadurch werden die Schmerzen reduziert, Spannungen abgebaut und die Beweglichkeit verbessert. Die Feldenkrais-Methode sollte man zunächst unter Anleitung in Kleingruppen lernen und später mit Unterstützung durch gute CDs zu Hause regelmäßig praktizieren.“

5. „Japanisches Heilströmen“

Wer auch althergebrachte fernöstliche Erfahrungsmethoden versuchen möchte und zudem Geduld hat, kann manchmal mit „Japanischem Heilströmen“ Erfolg haben. Das gleichzeitige Berühren zweier bestimmter Punkte, z. B. am Kopf, soll dabei die Schmerzen lindern helfen. Herr Karl G. aus Oldenburg hat damit gute Erfahrungen gemacht. Als Einführung empfiehlt er das Buch „Japanisches Heilströmen“ von Frau Ingrid Schlieske (rororo-Taschenbuch, € 12,–). Gegen einen Versuch mit dieser natürlichen Methode dürfte nichts einzuwenden sein.

6. Kranio-Sakral-Therapie

Wie an anderen Gelenken ist auch bei Hüft-Arthrose eine regelmäßige, behutsame krankengymnastische Behandlung besonders wichtig. Eine noch wenig bekannte manuelle Methode, die „Kranio-Sakral-Therapie“, wird von einigen Physiotherapeuten empfohlen, die über eine entsprechende Zusatzausbildung verfügen. Dabei werden auch Kopf und Becken auf besondere Weise mitbehandelt. Frau Gretel W. aus Warstein betont: „Was mir besonders gut hilft, ist einmal wöchentlich Kranio-Sakral-Therapie, die ich zwar selbst zahlen muss, die bei mir aber sehr wirksam ist.“

7. Muskelaufbau

Zur grundlegenden krankengymnastischen Behandlung der Hüft-Arthrose gehört aber auch eine systematische Dehnung und Stärkung aller durch die Arthrose geschwächten Muskeln, wobei oftmals auch weit entfernte Muskelgruppen mit einbezogen werden müssen. Die beim Physiotherapeuten erlernten Übungen werden ihre volle Wirksamkeit erst entfalten, wenn man sie daheim regelmäßig und konsequent täglich wiederholt, am besten immer zur gleichen Zeit. Dann können sie langfristig die Gelenke schützen und die Schmerzen lindern helfen.

8. Keilkissen, bestimmte Stühle

Keilkissen können nicht nur für die Wirbelsäule nützlich sein. Mehrere Mitglieder haben damit auch bei Hüft-Arthrose gute Erfahrungen gemacht. Wenn man hinten höher sitzt, müssen die Hüftgelenke nicht so stark gebeugt werden. Ergänzend empfiehlt Herr Rudi D. aus Pirna: „Stühle, deren Sitzflächen stattdessen hinten tiefer sind und zur Vorderkante hin ansteigen, sind unbedingt zu meiden, da sie die Schmerzen verstärken können. Leider sind solche Stühle oft in Veranstaltungsräumen und Wartezimmern anzutreffen.“ Auch hierbei kann ein mitgebrachtes Keilkissen nützlich sein.

9. Sitzheizung im Auto

Wer sein Auto draußen parkt, wird in den kalten Wintermonaten oft eine deutliche Zunahme seiner Beschwerden spüren. Eine große Erleichterung kann dann eine Sitzheizung bringen. In manchen Wagen sind Sitzheizungen bereits eingebaut. Man kann sie aber auch noch von Fachwerkstätten nachrüsten lassen. Wer bei Hüft-Arthrose besonders kälteempfindlich ist, wird diese Investition sehr lohnend finden.

10. Heizkissen, Lammfell

Andere Mitglieder haben auch nachts im Bett gute Erfahrungen mit einem Heizkissen gemacht, das sie auf die betroffene Hüfte legen. Auch milde natürliche Wärme bringt manchen Betroffenen Erleichterung. So findet Frau Tanja O. aus München ein Lammfell sehr hilfreich, auf das sie sich nachts legt. Diese wärmende Unterlage kann man in allen Sanitätshäusern beziehen. Auch manche Versandhäuser bieten sie kostengünstig an.

11. Nierenwärmer

Eine angenehm wärmende Wirkung haben auch die „Angora-Nierenwärmer“, z. B. der Firma Medima, deren Produkte in vielen Sanitäts- und Warenhäusern erhältlich sind. „Bei kürzerem oder längerem Aufenthalt im Freien bei kaltem und besonders feucht-kaltem Wetter ziehe ich den Nierenwärmer über die Hüften. Dies bringt mir eine außerordentliche Linderung und verhindert vor allem das Auskühlen der ›Knochen‹“, empfiehlt ein weiteres Mitglied. – Auch gestrickte Strümpfe oder Stulpen helfen gegen das Auskühlen recht gut.

12. Wanderstöcke mit guter Federung

„Wegen meiner Hüft-Arthrose benötige ich Gehhilfen. Da ich aber gleichzeitig auch eine Hand-Arthrose habe, kann ich keine normalen Stöcke oder Stützen benutzen. Deswegen verwende ich besonders beim Bergabgehen Wanderstöcke mit guter Federung, keine Walking-Stöcke. Dies ist sinnvoll, da man zwei Stöcke benutzt und damit beide Seiten stützt. In Bayern und in der Schweiz sieht man sie häufig, zunehmend jetzt auch bei uns.“ Erhältlich sind sie in Sportabteilungen und einigen Baumärkten. Sie können helfen, trotz Hüft-Arthrose weiterhin Spaziergänge in der Natur zu genießen.