Die Förderung der Arthroseforschung ist für die Verbesserung der Therapie der Arthrosebetroffenen von höchster Bedeutung. Gerade auch Schwerstbetroffene, die unter Arthrose an mehreren Gelenken gleichzeitig leiden, hoffen zutiefst auf baldige Erfolge, die ihre Beschwerden vermindern oder sogar die Arthrose einmal ganz heilen können. Nachfolgend werden die erbrachten Leistungen in 2025 dargestellt:
Die von der Deutschen Arthrose-Hilfe initiierte Professur mit „Lehrstuhl für Experimentelle Orthopädie und Arthroseforschung“ am renommierten Universitätsklinikum Homburg war die erste derartige Professur in Deutschland und ein wichtiger Pfeiler der Arthrose-Grundlagenforschung. Die Professur wurde mit insgesamt 1,5 Millionen Euro von der Deutschen Arthrose-Hilfe finanziell unterstützt. Auch wurde bereits eine Senior-Professur, unter Leitung von Herrn Prof. Georg Bergmann, im Bereich Grundlagenforschung an der Charité Berlin finanziert.
Wie in 2024 angekündigt, wurde im Berichtsjahr 2025 zudem eine neue Senior-Stiftungsprofessur zu dem Thema „Gruppenkohäsion und bindungsrelevante Aspekte in der multimodalen Schmerztherapie: Einfluss auf Adhärenz und Behandlungsergebnisse“ an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg eingerichtet. Aus dieser Studie sollen u. a. neue Erkenntnisse zur Schmerztherapie bei Arthrosepatienten mit chronischen Schmerzen gewonnen werden. Im Gegensatz zu der vom Verein eingerichteten deutschlandweit ersten Professur für Arthroseforschung am Universitätsklinikum Homburg, die auf die Stärkung der Grundlagenforschung ausgerichtet worden war, soll sich diese neue Senior-Stiftungsprofessur auf die klinische Arthroseforschung konzentrieren.
Im Berichtsjahr wurden auch Projekte zur Wirksamkeit der niedrigdosierten Strahlentherapie („LD-RT“) bei Arthrose des Knie- bzw. des Sprunggelenks gefördert sowie ein internationaler Kongress. Die geförderten Projekte waren im Einzelnen:
1. „KORT – Knee Osteoarthrosis Radiotherapy Trial: A Multidisciplinary Approach – Anwendung der Röntgenreizbestrahlung in der Behandlung der Kniegelenkarthrose: Eine multidisziplinäre Studie“
Projektleitung: Herr Prof. Dr. med. Karl-Stefan Delank
Direktor des Departments für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale), 06120 Halle
2. „Retrospektive Analyse der klinischen Wirksamkeit einer niedrig dosierten Strahlentherapie (LDRT) bei Arthrose und Schmerzsyndromen des Sprunggelenks“
Projektleitung: Herr Dr. med. Andreas Rimner
Leitender Oberarzt und Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Klinik für Strahlenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, 79106 Freiburg
3. „6th International Conference on Meniscus Science and Surgery – The Meniscus 2025“ – Titanic Chaussee Hotel, Chausseestr. 30, 10115 Berlin, Germany, 23.-25.01.2025
Leitung: Herr Prof. Dr. med. Sebastian Kopf
Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel, 14770 Brandenburg an der Havel
Die vom Verein initiierte und mit durchgeführte Literaturstudie zur niedrigdosierten Strahlentherapie („Wie gut ist die Wirksamkeit der Low-Dose-Radiotherapie (LD-RT) für die Heberden-Arthrose? Eine Analyse der aktuellen Literatur“) wurde im August 2025 von der „Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie“ (ZOU), der renommierten orthopädischen Fach-zeitschrift im deutschsprachigen Raum, publiziert (Heft 4/2025, S. 330-336). Als Mitautorin hat Frau Prof. Dr. med. Ute Schreiner, eine äußerst erfahrene Fachärztin für Orthopädie, an dieser für Arthrosepatienten sehr wichtigen Studie mitgewirkt. Das Ergebnis der Literaturstudie zeigte, dass mit den bisherigen Studien die Wirksamkeit der LD-RT bei Heberden-Arthrose statistisch noch nicht abgesichert nachweisbar ist und dass hierfür weitere Forschungsarbeit erforderlich ist.
Des Weiteren wurde das im Vorjahr begonnene eigene Forschungsprojekt, bundesweit Ärzte nach ihren Erfahrungen zur Wirksamkeit der niedrigdosierten Strahlentherapie bei Arthrose zu befragen (Studientyp „DROM“ – „doctor reported outcome measure“) und diese auszuwerten, fortgesetzt („B1“- und „B2“-Mailings). Nachdem im Vorjahr alle Radiotherapeuten und eine Stichprobe von 1.000 Hausärzten befragt worden waren, wurden im Berichtsjahr alle Handchirurgen (1.068 Adressen) und alle Orthopäden (4.645 Adressen) befragt und die Antworten ausgewertet. In einem dritten Mailing wurden die Radiotherapeuten (257 Adressen), die in eigener Praxis tätig waren, ergänzend nach ihrer bevorzugten Dosis für die Bestrahlung bei Fingergelenk-Arthrose befragt. In vier weiteren sogenannten „B2-Mailings“ wurden alle Orthopäden (4.555 Adressen), Handchirurgen (994 Adressen), Radiotherapeuten (251 Adressen) und sämtliche Hausärzte (24.235 Adressen) ausführlich über das Studienergebnis der B1-DROM-Studie zur Radiotherapie bei Arthrose informiert. Außerdem wurde für diese weiterführende B2-DROM-Studie der Frage nachgegangen, ob die Radiotherapie bei Polyarthrose der Finger auch im Frühstadium zur Anwendung kommt, wie ihre Wirksamkeit ist und ob damit das Spätstadium ganz verhindert werden kann.
Somit wurden im Jahr 2025 in sieben postalischen Mailings mehr als 36.000 Ärzte angeschrieben, um sie zu befragen und zu informieren. Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die niedrigdosierte Strahlentherapie (LD-RT) als eine bemerkenswert wirksame Maßnahme zur Behandlung von Arthrose wahrgenommen wird – typischerweise als letzte therapeutische Option. Bei nahezu der Hälfte der untersuchten Patienten zeigte sich eine Verbesserung hin zu einer vollständigen und dauerhaften Schmerzfreiheit. Damit leistete der Verein einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Behandlung der Arthrose mit dieser zuvor wenig untersuchten Therapieform. Die eigenen DROM-Studien werden auch künftig fortgesetzt werden. Bezüglich der notwendigen Mittelausstattung ist zu erwähnen, dass die DROM-Studien sehr aufwändig sind. Sie müssen sorgfältig überlegt und geplant werden, damit die Fragen so zielgerichtet und praxisorientiert sind, dass sie sowohl den beteiligten Ärzten als auch den Arthrosepatienten einen unmittelbaren Nutzen bringen. Zur inhaltlichen Planung kommt die organisatorische Planung und Durchführung (u. a. Layout, umfangreiches Versandmanagement, Erfassung, Bewertung und transparente Darstellung der Ergebnisse).
Dies alles ist eine bedeutsame Fortführung der bisherigen Forschungsarbeit der Deutschen Arthrose-Hilfe. Insgesamt hat der Verein bisher 556 Forschungsprojekte mit über 16 Millionen Euro gefördert. Daraus sind 608 wissenschaftliche Vorträge und noch wichtiger 429 wissenschaftliche Publikationen in Fachzeitschriften veröffentlicht worden. Eine Liste dieser Publikationen wurde im Berichtsjahr auf der Webseite, sortiert nach Forschungsstandorten, dauerhaft zur Verfügung gestellt.